Impfstoff wird knapp

TRIER/NEUWIED. (wie/api) Die Angst vor der Vogelgrippe wächst: Nachdem in einem Weiher bei Neuwied tote Graugänse und eine Ente gefunden wurden, steigt die Sorge vor der asiatischen Seuche. Aus Panik lassen sich immer mehr Menschen gegen Grippe impfen. In der Region ist der Impfstoff ausgegangen.

Wer sich derzeit gegen Grippe impfen lassen will, muss warten. Es gibt kaum noch Grippe-Impfstoff. Grund: Aus Angst vor der immer näher rückenden Vogelgrippe wollen sich in diesem Jahr so viele Menschen vor Grippe impfen lassen wie noch nie. Noch in dieser Woche sollen die Apotheken Nachschub bekommen, so Harald Michels, Leiter des Trierer Gesundheitsamts. Allerdings hilft die Impfung gar nicht gegen die Seuche, die vor zwei Jahren in Asien ausgebrochen ist und sich seitdem immer weiter ausbreitet. In Deutschland wächst die Sorge wegen der Vogelgrippe. Die Apotheken registrieren eine verstärkte Nachfrage nach Tamiflu, einem Medikament, das angeblich vor Ansteckung mit Vogelgrippe-Viren schützen soll. "Es gibt eine große Hysterie unter der Bevölkerung", sagt Igmar Bartz, Apotheker aus Traben-Trarbach. Auch Apothekerin Ulrike Scheer aus Daun bestätigt einen Ansturm auf Tamiflu.
Der Fund von 22 toten Graugänsen und einer Ente in einem Kiessee bei Heimbach-Weis (Kreis Neuwied) hat die Hysterie verstärkt. Dabei steht noch gar nicht fest, ob das tatsächlich für den Menschen gefährliche Virus H5N1 die Tiere verenden ließ. Bis zum Abend wurden sie von 20 Wissenschaftlern im Landesuntersuchungsamt in Koblenz untersucht. Vergiftung lautete das Ergebnis am späten Abend. Das Nagergift Phosphid soll die Tiere getötet haben. Nichtsdestotrotz wurde bei zwei Tieren das Influenza-A-Virus gefunden. Würde die gefährliche Variante der tödlichen Tier-Seuche nachgewiesen, würde der nationale Krisenstab zusammenkommen. Umweltminister Trittin warnte vor Hysterie. In Mainz hieß es, das Land sei auf einen Ausbruch der Vogelgrippe vorbereitet. Neben der Stallpflicht für Geflügel seien auch Geflügelausstellungen im Freien untersagt worden.