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Internet-Gag rückt tödliche Nervenkrankheit ins Bewusstsein

Internet-Gag rückt tödliche Nervenkrankheit ins Bewusstsein

Menschen kippen sich Eiswasser über den Kopf. Die Ice Bucket Challenge sorgt in den sozialen Netzwerken für Furore. Sie soll auf die Nervenerkrankung ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) aufmerksam machen. Auch in der Region Trier sorgt die Aktion für Diskussionen.

Der Trend mit dem Eiswasserkübel ist auch in der Region angekommen. Was in den USA als witzige Informationskampagne mit Prominenten ins Leben gerufen wurde, um über die unheilbare Nervenerkrankung ALS zu informieren, entwickelt sich zum Massenphänomen: Jeder Teilnehmer filmt seine Aktion und nominiert in sozialen Netzwerken andere "Prominente", sich der eisigen Herausforderung zu stellen - oder für die Erforschung der Krankheit Geld zu spenden.

"Pro Jahr erkranken in Rheinland-Pfalz etwa zwei von 100.000 Menschen an ALS", sagt Professor Matthias Maschke, Chefarzt der Neurologischen Abteilung im Brüderkrankenhaus Trier. "Die Krankheit verläuft in der Regel innerhalb von drei Jahren tödlich." Einer der prominentesten Erkrankten ist der rheinland-pfälzische Justizminister Peter Caesar, der 1999, vier Monate nach seinem Rücktritt, im Alter von 60 Jahren starb. Ein Jahr später ereilte den damaligen Regierungspräsidenten Heinrich Studentkowski im Alter von 62 Jahren ein ähnliches Schicksal.

Untersuchungen belegen ein gehäuftes Auftreten von ALS im Alter zwischen 50 und 70 Jahren. Maschke: "Die fortschreitende Beeinträchtigung des motorischen Nervensystems führt dazu, dass die Menschen am Ende nicht mehr atmen können." Die Spendenbereitschaft im Zusammenhang mit der Ice Bucket Challenge wirkt sich mittlerweile auch positiv auf Einrichtungen aus, die mit ALS nichts zu tun haben, wie die Villa Kunterbunt und Nestwärme, die sich um chronisch kranke Kinder kümmern.

Dass die Aufforderung, bei der Eisaktion mitzumachen, auch mit dem Aufruf zur Spende verbunden ist, haben viele Teilnehmer allerdings nicht registriert. "Manche machen sich einen Spaß und wissen gar nicht, dass gespendet werden soll", sagt Chefarzt Maschke.

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