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Jäger soll 140 Waffen illegal gehortet haben

Jäger soll 140 Waffen illegal gehortet haben

Der größte Fund illegaler Waffen, den es je in der Region gegeben hat, ist am Mittwoch Gegenstand einer Verhandlung vor dem Bitburger Amtsgericht. Ein 59-jähriger Jäger soll 140 Waffen und Zigtausend Schuss Munition ohne Erlaubnis besessen und damit Handel getrieben haben.

Bitburg. 140 Revolver, Selbstladepistolen und Gewehre, darunter zwei Maschinenpistolen, Waffenteile, mehr als 30 000 Schuss Munition und 63 Kilogramm Treibladungspulver zum Herstellen von Munition - was die Beamten der Kriminalpolizei Wittlich am 20. April 2010 in einem Haus in Bitburg fanden, war alles andere als alltäglich. Der damals 57 Jahre alte Bewohner, ein Schießwart und Obmann eines örtlichen Jagdverbandes, soll das alles ohne Erlaubnis besessen haben. Die Staatsanwaltschaft Trier hat mittlerweile Anklage gegen den jetzt 59-Jährigen erhoben, morgen beginnt der Prozess vor dem Amtsgericht in Bitburg.
In 30 Fällen selbst gekauft


Wie der TV im vergangenen Jahr berichtete, hatte der Angeklagte jahrelang einen Jagdschein, den er zum Zeitpunkt der Durchsuchung aber schon an die Waffenbehörde des Eifelkreises zurückgegeben hatte. "Auch mehr als 130 Schusswaffen, die sich bis dahin legal in seinem Besitz befunden haben, hat er abgegeben", sagte damals Winfried von Landenberg von der Kripo.
Wie die Justizmedienstelle des Amtsgerichts mitteilt, habe der Mann laut Anklage in mindestens 30 Fällen die Waffen selbst gekauft oder sie zum Weiterverkauf beziehungsweise zur Reparatur entgegengenommen. Unter den sichergestellten Waffen war auch einer von mehreren selbst gebauten Schießkugelschreibern, die der Jäger teilweise im Bekanntenkreis verschenkt haben soll. Der Mann ist nun wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz und gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz angeklagt.
Je nachdem, wie das Gericht den Fall bewertet, könnte den Angeklagten bei einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren, in einem besonders schweren Fall auch eine Gefängnisstrafe von bis zu zehn Jahren erwarten.
Für den Prozess ist vorerst ein Verhandlungstag angesetzt. Morgen könnte also bereits ein Urteil fallen.2009 entdeckte die Polizei in Leiwen ein umfangreiches Arsenal illegaler Waffen. Der Besitzer hatte in einer Gaststätte herumgeschossen. In Koblenz wurde im Oktober 2010 Sprengstoff in einer Wohnung gefunden. Der dort gemeldete Deutsch-Slowake war zuvor in Tschechien festgenommen worden, er besaß auch Kriegswaffen und radioaktive Materialien. Der spektakulärste Fall wurde Anfang 2011 in Becherbach bei Bad-Kreuznach bekannt: Ein Rentner ("Pulver-Kurt") hatte riesige Mengen an Sprengstoff, Granaten, Minen und Waffen in einer Scheune gelagert. sve