Job-Gipfel: Tut sich heute endlich was?

Job-Gipfel: Tut sich heute endlich was?

TRIER/BERLIN. (DiL) Mit einer Mischung aus hohen Erwartungen und tiefer Skepsis warten die Deutschen auf den heutigen "Jobgipfel" in Berlin. Auch Wirtschaftsvertreter und Arbeitnehmer aus der Region haben eine Fülle praktischer Verbesserungsvorschläge, halten deren Realisierung aber für wenig wahrscheinlich.

Mit dieser Haltung steht die Region nicht allein. Mehr als drei Viertel der Deutschen sind laut einer aktuellen Umfrage skeptisch, ob der Gipfel von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und der Unions-Führung Angela Merkel (CDU) und Edmund Stoiber (CSU) die Lage auf dem Arbeitsmarkt positiv verändern wird. In einer Umfrage des "Stern" gaben nur 23 Prozent an, dass sie an eine Verbesserung durch das Gipfeltreffen glauben. 77 Prozent rechnen nicht damit. Dabei wird der Veränderungsbedarf vor allem bei Mittelständlern aus der Region als sehr dringlich eingeschätzt. "Mehr Flexibilität beim Arbeits- und Sozialversicherungsrecht" fordert der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bernkastel-Wittlich, Peter Karst. Eine "konsequente Weiterführung der begonnen Reformen" erhofft der Keller Türenhersteller Markus Haag. Franz Görtz vom Konzer Bauunternehmen Leo Elenz erwartet, dass die öffentliche Hand mehr investiert. "Wir schlafen nachts schlecht, weil wir nicht wissen, womit wir in acht Wochen unsere Leute beschäftigen" – so umreißt er den Ernst der Lage.Einig sind sich die Unternehmen der Region auch in der Forderung nach Entbürokratisierung. "Die vielen Prüfungen und Verordnungen lähmen das Unternehmertum", sagt Roland Dietz von der Trierer Agentur "Dietz&Partner". Der DGB-Kreisvorsitzende Karl-Heinz Päulgen setzt andere Akzente: Er warnt davor, zu glauben, mit weiterem Sozialabbau könnten mehr Arbeitsplätze geschaffen werden. Stattdessen fordert er öffentliche Förderprogramme.Gestern wurde eine "Handelsblatt"-Umfrage bekannt, nach der ein Drittel der deutschen Top-Manager in den nächsten Monaten Arbeitsplätze in ihrem Unternehmen abbauen wollen.

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