Job-Motor Hahn läuft auf Hochtouren

Job-Motor Hahn läuft auf Hochtouren

MAINZ. (win) Der Flughafen Hahn bringt als Job-Maschine mehr Leistung als bisher gedacht: Nach einer Studie der Fachhochschule Trier sichert der Hunsrück-Airport mehr als 8000 Arbeitsplätze, davon rund 6500 im Land.

Steigende Passagierzahlen und Frachtaufkommen lassen den Hahn immer mehr zum Wachstumsmotor werden. Die positiven Auswirkungen gehen nach einer am Umweltcampus Birkenfeld der FH Trier erstellten Untersuchung deutlich über die 2315 Arbeitsplätze hinaus, die direkt am Flughafen in rund 100 Unternehmen angesiedelt sind. Auf insgesamt mehr als 8000 hat Professor Richard Klophaus mit seinem Betriebswirtschaftler-Team die Zahl der Jobs hochgerechnet, wenn Zulieferfirmen, die Stellen durch zusätzliche Urlauber in der Tourismusbranche und die Konsumausgaben der Nutznießer vom Hahn mit eingerechnet werden. Zwar gibt es gerade im Fremdenverkehrsbereich viele Saison- und Teilzeitkräfte, dennoch geht Klophaus davon aus, dass insgesamt umgerechnet der Gegenwert rund 7000 Vollzeitstellen am Flughafen hängt. Größtenteils profitieren davon die Landkreise Rhein-Hunsrück, Bernkastel-Wittlich, Cochem-Zell und Birkenfeld. Auch wenn im Bereich der auf Billigflieger konzentrierten Airports die Beschäftigungseffekte und das Gehaltsniveau nach seinen Angaben niedriger sind als üblich, seien die wirtschaftlichen Folgen "sehr positiv". Der Wirtschafts- und Luftfahrtexperte sieht Hahn weiterhin auf Wachstumskurs: Der Billigflugbereich wächst mit mehr als acht Prozent jährlich überdurchschnittlich. Zudem sei Hahn die deutsche Zentrale des Marktführers Ryanair und habe damit ein sicheres Standbein. Nach Einschätzung von Hahn-Geschäftsführer Stefano Wulf steht der Hunsrück-Flughafen erst am Anfang der Entwicklung. 2005 sollen sich demnach die Passagierzahlen um ein Viertel auf 3,8 Millionen erhöhen. Gleichzeitig ist ein Anstieg des Umschlags an tatsächlicher Luftfracht (also nicht nur reiner Güterumschlag) um 50 Prozent auf 90 000 Tonnen geplant. 60 Millionen Euro werden in diesem und dem nächsten Jahr unter anderem die Verlängerung der Startbahn investiert. Unternehmen bauen außerdem am Flughafen Frachthallen, ein Hotel und einen Bürokomplex. 2006 hoffen die Hahn-Betreiber aus den roten Zahlen zu kommen und ab 2008 Gewinne zu erwirtschaften. "Der Flughafen ist für ganz Rheinland-Pfalz ein Beschäftigungs- und Wachstumsmotor", sagte Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage. Noch nicht in Sicht ist dagegen die Wiederbelebung der Bahn zum Hahn, auch wenn Bauckhage sicher ist, dass sie nach langen Verhandlungen mit der DB kommen wird.

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