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Jobsuche: Neue Hoffnung für Ältere

Jobsuche: Neue Hoffnung für Ältere

TRIER. (alf) Die Region Trier steht mit einer Arbeitslosenquote von 6,2 Prozent im Bundesvergleich sehr gut da, jedoch ist die Zahl der älteren Jobsuchenden mit mehr als 3000 überdurchschnittlich hoch. Mehrere 100 von ihnen sollen nun durch das Bundesprogramm "Perspektive 50plus" wieder in Lohn und Brot kommen.

Im vergangenen Jahr konnten die Arbeitsgemeinschaften der Region Trier die Sektkorken knallen lassen: Mit ihrem Verbund-Konzept, den schwer zu vermittelnden Langzeitarbeitslosen über 50 den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu ermöglichen, erhielten sie als einzige Bewerber in Rheinland-Pfalz den Zuschlag für das Förderprogramm "Perspektive 50plus". Das Konzept war mit den Kammern und Bildungsträgern der Region entwickelt worden. Mit fünf Millionen Euro ist die Förderung ebenso anspruchsvoll wie das Projekt: In neun Vermittlungszentren (Konz, Bitburg, Bernkastel, Wittlich, Daun, Gerolstein und dreimal Trier) werden jeweils 20 Personen drei Monate lang geschult und motiviert. Die Fächerpalette reicht vom Bewerbertraining bis zum EDV-Kurs. Kommt ein Arbeitsverhältnis zustande und hält es mindestens zwei Monate, gibt es eine Provision für das Vermittlungszentrum; der Arbeitgeber kann im ersten Jahr einen Lohnkostenzuschuss von bis zu 70 Prozent erhalten. Bisher wurden 20 Personen vermittelt. "Unter Berücksichtigung des Starts im November, der wirtschaftlichen Situation und der Jahreszeit ein Erfolg", meint Projektleiter Franz Donkers. Wenn das Ziel von 180 Vermittlungen pro Jahr erreicht werde, sei das eine "Riesensache und es rechne sich betriebs- wie volkswirtschaftlich". Alleine bei der Handwerkskammer (HWK) Trier sind bisher sieben Langzeitarbeitslose vermittelt worden - drei in die Gastronomie, zwei in den Logistikbereich, und jeweils einer als Hausmeister und Verkäufer. Zum Konzept gehört auch der Einsatz von "Paten". So rühren Bundesliga-Schiedsrichter Herbert Fandel und Krimi-Autor Jacques Berndorf bei Firmen in der Eifel die Werbetrommel, HWK-Ehrenpräsident Hans-Josef Jänschke im Raum Trier. Wie wichtig "Perspektive 50plus" für die Betroffenen sein kann, zeigt die neue Sparwelle beim Arbeitslosengeld: Wer älter als 55 ist und sich nach dem 1. Februar arbeitslos meldet, erhält statt 32 nur noch 18 Monate Arbeitslosengeld.BERICHT,