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Julia Klöckner formiert in Ruhe ihr Team

Julia Klöckner formiert in Ruhe ihr Team

Heiße Gespräche, salomonische Entscheidungen: Bis Ende April könnte Julia Klöckner ihr Team aufgestellt haben. Ein Überblick über die Politiker und mögliche Ämter.

Mainz. Julia Klöckner will sich Zeit nehmen, die neue CDU-Fraktionsspitze zu formieren. Die Parteichefin weiß, wie wichtig es ist, den neuen Geist der Gemeinsamkeit am Leben zu halten. Zumal es jetzt um Ämter geht, die Prestige und satte Zulagen versprechen. Bis Ende April dürfte alles über die Bühne sein, vermuten Insider. Dabei würde Druck aus dem personellen Dampfkessel nehmen, wenn die CDU die Anzahl der Spitzenämter erhöhte - etwa fünf stellvertretende Fraktionsvorsitzende statt wie bisher drei. Zudem könnten die Christdemokraten zwei Landtagsvizepräsidenten fordern. Schließlich ist die Fraktion gewachsen - und künftig (wohl) die alleinige Opposition. Doch welche Politiker sind bei der Neuordnung vermutlich mit im Spiel? Ein Überblick:

Christian Baldauf: Der frühere Partei- und Fraktionsvorsitzende hat den Weg für Julia Klöckner frei gemacht. Das rechnet ihm die Partei hoch an. Daher hat der Pfälzer den ersten Zugriff. Will er Fraktionsvize werden, wird er das. Zudem soll er den Bezirksvorsitz in der Pfalz übernehmen. Der Anwalt aus Frankenthal könnte sich natürlich auch mehr seiner Kanzlei und seiner Familie widmen und sich mit einem Ausschussvorsitz zufrieden geben. Das ist aber kaum wahrscheinlich, weil Baldauf viel zu gerne mitmischt. Vielleicht 2016 als Minister?

Alexander Licht: Der Wirtschaftsexperte und derzeitige Fraktionsvize wird wohl auch weiter in diesem Amt bleiben. Er ist fleißig, gilt als loyal. Und Klöckner hat schon mehrfach bekundet, dass sie große Stücke auf ihn hält.

Josef Rosenbauer: Der CDU-Generalsekretär amtiert ebenfalls als CDU-Fraktionsvize. Bei dem viel beschäftigten, zuweilen etwas gehetzt agierenden Mediziner dürfte es noch nicht sicher sein, ob er eines der Stellvertreterämter behält. Der Mann aus Kirchen (Sieg) ist ambitioniert, aber manchmal auch in der eigenen Partei undurchschaubar. Schwer einzuschätzen, wie stark seine Hausmacht ist. Für ihn spricht: In der CDU-Spendenaffäre hat er geschickt Schaden von der Partei ferngehalten.

Marlies Kohnle-Gros: Die Juristin ist die dritte stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Sie gilt als erfahrene Politikerin ohne größere Hausmacht in der CDU. Von daher dürfte unsicher sein, ob sie diese Position halten kann.

Hans-Josef Bracht: Der Parlamentarische Geschäftsführer musste in der zu Ende gehenden Legislaturperiode viel Zeit mit der Aufarbeitung der CDU-Spendenaffäre verbringen. Er könnte durchaus interessiert sein, sein Amt einmal unter günstigeren Umständen auszuführen. Bracht wirkt manchmal etwas hölzern und bürokratisch. Aber der Haushaltsexperte wird in der CDU als ehrlicher, zuverlässiger und loyaler Charakter geschätzt. Von daher ist es recht wahrscheinlich, dass Klöckner an ihm festhält.

Heinz-Hermann Schnabel: Der Vize-Präsident des Landtags hat immer noch Gegner im Lager des früheren Partei- und Fraktionschefs Christoph Böhr. Dennoch ist er beliebt in großen Teilen der Partei. Auch er kann damit rechnen, in seinem Amt zu bleiben.

Christine Schneider: Die kämpferische Pfälzerin brachte die SPD mit der Schlosshotel-Affäre in Bedrängnis. Sie hat Chancen, in der Fraktion aufzusteigen.

Adolf Weiland: Der Politologe ist ebenfalls ein Aspirant für den Einzug in den Fraktionsvorstand. Als Vorsitzender des CDU-Bezirksverbandes Koblenz-Montabaur hat er eine mächtige Schlüsselposition.

Hedi Thelen: Die Sozialpolitikerin aus Plaidt (VG Pellenz) wird in der CDU, aber auch beim politischen Gegner geschätzt. Viele Christdemokraten trauen der Amtsrätin a. D. mehr zu. DB