Kardinal Meisner im Alter von 83 Jahren gestorben

Kardinal Meisner im Alter von 83 Jahren gestorben

25 Jahre lang stand Kardinal Meisner an der Spitze des Erzbistums Köln, des größten deutschen Bistums. Der konservative Geistliche scheute nie vor deutlichen Worten zurück und war entsprechend umstritten. Jetzt ist er mit 83 Jahren gestorben.

Bischof Ackermann (li) und Kardinal Meisner mit der Reliquie der Heiligen Helena. (aufgenommen bei der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012). Foto: Bistum Trier

Köln (dpa/red) - Kardinal Joachim Meisner ist tot. Der frühere Erzbischof von Köln sei am Mittwochmorgen während seines Urlaubs in Bad Füssing gestorben, sagte ein Sprecher des Erzbistums Köln. Meisner wurde 83 Jahre alt. Er war der wohl umstrittenste deutsche Kirchenführer. Immer wieder sorgte der konservative Geistliche mit provokanten Äußerungen für Aufregung. Das Kölner Domradio hatte seinen Tod als erstes vermeldet.

Bischof Ackermann würdigt verstorbenen Kardinal Meisner

Der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann würdigte den verstorbenen Kardinal als einen "leidenschaftlichen und durchaus streitbaren Zeugen Jesu Christi". Ackermann sagte, er erinnere sich gerne an die zahlreichen Begegnungen mit dem Kardinal. "Kennenlernen konnte ich den Kardinal schon zu meiner Zeit als Student in Rom. Damals war er Erzbischof von Berlin und hat beeindruckend berichtet vom schwierigen Dienst eines Bischofs in der geteilten Stadt." Auch in der Folge kreuzten sich die Wege der beiden Bischöfe häufig, nicht nur bei den gemeinsamen Terminen im Rahmen der Deutschen Bischofskonferenz. Meisner als Metropolit der Kirchenprovinz Köln, zu der die Bistümer Aachen, Essen, Limburg, Münster und Trier gehören, führte Ackermann 2009 in dessen Amt als Diözesanbischof ein.

"Zu den besonders schönen Erinnerungen gehören für mich die Seligsprechung von Mutter Rosa Flesch, die er im Auftrag des Papstes 2008 in unserem Dom vorgenommen hat", sagte Ackermann. Auch zur großen Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 pilgerte Meisner gleich zweimal: Er nahm an der feierlichen Eröffnung teil und kam anschließend in der Begleitung der Kölner Diözesanwallfahrt nach Trier. Bischof Ackermann ist besonders der Satz in Erinnerung geblieben, den Meisner als Heilig- Rock-Pilger prägte: "Es geht sich gut nach Trier!"

Der in Breslau geborene Meisner stand 25 Jahre lang, von 1989 bis 2014, an der Spitze des größten katholischen Bistums in Deutschland. Er galt lange Jahre als einflussreichster Vertreter des konservativen Flügels unter den deutschen Bischöfen. Meisner pflegte ein enges Verhältnis zu Papst Johannes Paul II. und insbesondere zu Papst Benedikt XVI., dem vormaligen Kardinal Joseph Ratzinger. Dagegen opponierte er bis zuletzt gegen den Reformkurs von Papst Franziskus.

2014 war Meisner aus Gesundheitsgründen auf seinen eigenen Wunsch hin in den Ruhestand versetzt. Sein Nachfolger als Erzbischof von Köln wurde Rainer Maria Woelki, der seitdem einen auffallend anderen Kurs fährt. So setzt er sich intensiv für die Aufnahme von Flüchtlingen ein. Meisner lebte in seinen letzten Jahren zurückgezogen in der Kölner Innenstadt.