Katz und Maus

Innerhalb der nächsten zehn Tage will sich der Iran mit den Außenministern Deutschlands, Großbritanniens und Frankreichs zusammensetzen, um eine Lösung im Streit um die nuklearen Aktivitäten des Landes zu finden.

Innerhalb der nächsten zehn Tage will sich der Iran mit den Außenministern Deutschlands, Großbritanniens und Frankreichs zusammensetzen, um eine Lösung im Streit um die nuklearen Aktivitäten des Landes zu finden. Damit ist zunächst einmal eines klar: Die Mullahs in Teheran wollen ihr Katz- und Maus-Spiel fortsetzen, das einem bewährtem Muster zu folgen scheint: immer dann scheinbar einlenken, wenn es wirklich ernst wird, um dann – bei entsprechendem Zeitgewinn – die einst gegebenen Zusagen plötzlich wieder in Frage zu stellen. Die US-Regierung hat sich notgedrungen den Vermittlungsbemühungen des EU-Trios angeschlossen, da dem Weißen Haus derzeit realistisch gesehen keine weiteren Druckmittel unterhalb des Einsatzes von Gewalt zur Verfügung stehen. Zähneknirschend nimmt man dabei auch die Erkenntnis in Kauf, dass die Europäer – käme es zur Nagelprobe – vermutlich lieber mit einem Nuklearwaffen besitzenden Iran leben würden, als massive UN-Sanktionen oder gar einen Waffengang in Erwägung zu ziehen. Das wissen natürlich auch die Mullahs, die zudem angesichts der Tatsache, dass sich amerikanische Truppen im Irak praktisch auch an der Türschwelle zum Iran befinden, nervös geworden sind und die Aufrüstung mit Atombomben als "Lebensversicherung" gegen eine Invasion ansehen dürften. Über dem Szenario schwebt zudem noch die Möglichkeit eines (insgeheim von Washington favorisierten) Präventivschlags Israels gegen die iranischen Atom-Produktionsstätten. Allein eine solche theoretisch mögliche Eskalation sollte Grund genug für das EU-Trio sein, die diplomatischen Daumenschrauben gegenüber Teheran anzuziehen – notfalls bis hin zu der Drohung, dass der Iran bei Verstößen gegen die Zusagen und einer Verweigerung von Inspektionen mit einem Wirtschaftsboykott durch die EU rechnen muss. Diese Sprache würden die Mullahs verstehen. nachrichten.red@volksfreund.de