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Kein Fahrverbot: Die Luft in Trier ist rein

Die Luftüberwachungsstation in der Trierer Ostallee. Foto: Friedemann Vetter
Die Luftüberwachungsstation in der Trierer Ostallee. Foto: Friedemann Vetter FOTO: friedemann vetter (ve._), Friedemann Vetter ("TV-Upload vetter"
Trier. Die Grenzwerte für Stickstoffdioxid werden nicht überschritten. Anders als in Mainz oder Koblenz. Bernd Wientjes

Trier Die Luft in Trier ist rein. Das jedenfalls belegen die stündlich aktualisierten Messwerte des Landesamtes für Umwelt. Gestern um 16 Uhr zum Beispiel wurden pro Kubikmeter Luft 58 Mikrogramm Stickstoffdioxid gemessen. Also 58 Millionstel Gramm pro Kubikmeter Luft. Stickstoffdioxid ist das Gas, das bei Verbrennungen entsteht. In den Innenstädten kommt es vor allem aus den Auspuffen der Autos. In Mainz lag der Wert zur gleichen Zeit an einer Messstelle bei 65 Mikrogramm pro Kubikmeter. Beide Werte liegen deutlich unter dem erlaubten Grenzwert für Stickstoffdioxid von 200 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. In Trier wurde dieser Wert laut Landesumweltamt in diesem Jahr noch nicht einmal erreicht. Anders in Mainz. Dort war er im vorigen Jahr an einer Messstelle zehnmal, an einer anderen zweimal überschritten worden. Und am 19. August 2017 wurden um 15 Uhr 314 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft gemessen.
In Ludwigshafen wurden an einer Station im Laufe des vergangenen Jahres drei Überschreitungen registriert. Erst wenn der Grenzwert 18-mal im Jahr überschritten wird, gehen die Experten davon aus, dass die menschliche Gesundheit Schaden nehmen könnte. Im Jahresmittel darf der Wert der Stickstoffdioxid-Belastung nicht über 40 Mikrogramm pro Kubikmeter liegen. In Trier lag dieser Wert 2016 bei 30 Mikrogramm, im Jahr davor bei 34. Seit 2006 wird der jährliche Grenzwert in Trier nicht mehr überschritten.
In Koblenz wurden im vorigen Jahr im Schnitt 43 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen, in Ludwigshafen 46, in Mainz 53. Das ist der Grund, warum in diesen Städten Fahrverbote für ältere Diesel-Autos drohen könnten. Sie gelten als Hauptverursacher hoher Stickstoffdioxid-Belastungen. Die Deutsche Umwelthilfe hat die Stadt Mainz verklagt. Für Koblenz prüft der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), ob er eine Klage einreicht
Beim Diesel-Gipfel des Landes wurde gestern zugesagt, dass die drei Städte drei Millionen Euro vom Land erhalten, um mit schnell wirksamen Maßnahmen drohende Fahrverbote für Diesel-Autos zu verhindern. In Trier droht ein solches Fahrverbot nicht. Trotzdem sieht der BUND Handlungsbedarf. Auch Belastungen unterhalb von Grenzwerten könnten eine Gesundheitsbelastung darstellen, sagt Michael Ullrich, Referent für Umweltschutz beim BUND Rheinland-Pfalz. Daher könnte Trier wie Mainz eine sogenannte Umwelt-Zone einrichten. In diesen Zonen dürfen nur Fahrzeuge fahren, die bestimmte Abgas-Standards einhalten. Die Fahrzeuge müssen mit grünen Plaketten auf der Windschutzscheibe gekennzeichnet sein.
Extra: MESS-WERTE AUS TRIER TAGESAKTUELL ABRUFBAR


Es gibt zwei Messstationen: in Trier in der Ostallee und im Stadtteil Pfalzel. Das sind die einzigen Messstationen für Luftwerte in der Region. An den Haupteinfallsstraßen in Trier etwa am Moselufer, am Verteilerkreis oder am Trierer Berg wird keine Stickstoffdioxid-Belastung gemessen, obwohl dort das Verkehrsaufkommen zeitweise deutlich höher sein dürfte als in der Ostallee. Der ehemalige Trierer Verkehrswissenschaftler Heiner Monheim hatte kürzlich im TV das unzureichende Messnetz kritisiert. TV-Leserin Helga Brüning wohnt in der Ostallee. Sie wollte wissen, wo sie die Ergebnisse der Trierer Luftmessungen einsehen kann. Die aktuellen Messwerte für Rheinland-Pfalz sind im Internet unter <%LINK auto="true" href="http://www.luft-rlp.de" text="www.luft-rlp.de" class="more"%> abrufbar.