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Kein Geld mehr für Homöopathie?

Kein Geld mehr für Homöopathie?

Gerade erst hat die Regierung Beitragserhöhungen für die Krankenversicherten verkündet. Nun wird auch noch über Kürzungen bei den Kassenleistungen diskutiert. In Union und FDP zeigte man sich gestern offen für einen Vorstoß der Sozialdemokraten, die Bezahlung von homöopathischen Behandlungen zu streichen.

Berlin. (vet) Auslöser des Wirbels ist der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Ihm geht es weniger um die Kosten, sondern um den zweifelhaften Nutzen der Alternativmedizin. "Wenn die Krankenkassen für Homöopathie zahlen, und damit für etwas, was gar nicht wirkt, ist das eine gefährliche Form der Verschwendung", sagte Lauterbach unserer Zeitung. Der Patient werde getäuscht. Deshalb solle den Kassen die Bezahlung der Homöopathie verboten werden.

Erstaunlich an Lauterbachs Vorstoß ist, dass seine Partei mit dafür gesorgt hat, die Homöopathie als Kassenleistung salonfähig zu machen. Seit dem 1. April 2007, also noch zu Zeiten der Großen Koalition, dürfen die gesetzlichen Krankenkassen entsprechende Wahltarife anbieten. Davon wird aber nur wenig Gebrauch gemacht, weil die Versicherten laut Gesetz so mindestens drei Jahre lang an ihre Kasse gebunden sind. Das gilt auch bei zwischenzeitlichen Beitragserhöhungen. Das dafür sonst übliche Kündigungsrecht entfällt. Gesetzlich Versicherte können sich aber auch über eine private Zusatzversicherung oder eine so genannte integrierte Versorgung ihre alternative Behandlung erstatten lassen. Nach Angaben des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen haben rund 100 der insgesamt 163 Kassen entsprechende Kontrakte für ihre Versicherten abgeschlossen.

In der Vergangenheit hatten sich insbesondere die Grünen für eine Aufwertung der Homöopathie stark gemacht. Daher solle die Therapievielfalt erhalten bleiben, fordern sie.

Vom Gesundheitsexperten der CDU, Jens Spahn, wurde Lauterbachs Forderung unterstützt. Wenn die SPD es wolle, könne die Kostenübernahme durch die Kassen sofort gestrichen werden. Das FDP-geführte Gesundheitsministerium teilte mit, dass man die Wahltarife für Homöopathie einer Prüfung unterziehen wolle - Ausgang offen.