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Kein Winter in Sicht: Frühlingshafte Temperaturen statt knackiger Kälte

Kein Winter in Sicht: Frühlingshafte Temperaturen statt knackiger Kälte

Der Klimawandel sorgt zwei Wochen vor Weihnachten für frühlingshafte Temperaturen, sagt TV-Wetterexperte Dominik Jung. Nicht nur der Dezember ist bislang ungewöhnlich mild. Der gesamte Herbst war deutlich wärmer als in den Vorjahren.

Trier. "I'm dreaming of a white christmas." Mehr, als von einer weißen Weihnacht zu träumen, bleibt wohl auch nicht übrig. "Es sieht derzeit richtig mies für Schnee zum Fest aus", sagt TV-Wetterexperte Dominik Jung und fügt hinzu: "Aber ausgeschlossen ist noch rein gar nichts." Fest stehe aber, dass bis zum vierten Advent kein Winter in Sicht sei. "Schnee und Kälte sind in weite Ferne gerückt", macht Jung den Skizentren wie etwa auf dem Erbeskopf (Kreis Bernkastel-Wittlich) wenig Hoffnung auf einen frühen Saisonstart.
Stattdessen gibt es mit zehn bis 15 Grad eher frühlingshafte Temperaturen. Schlecht für die Glühweinverkäufer auf den Weihnachtsmärkten in der Region. "Es scheint so, als würde uns der Klimawandel die Freude am Glühwein verderben", erklärt Wetterexperte Jung und rät dazu, eher zum kühlen Bier zu greifen. Er glaubt, es könnte die wärmste erste Dezemberhälfte seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1761 werden. Vor einem Jahr sah es anders aus. Damals sorgte ein überraschender Wintereinbruch Anfang Dezember im nördlichen Saarland und in Teilen des Hochwalds für chaotische Straßenverhältnisse.
Der gesamte Herbst war im Vergleich zu den Vorjahren viel zu warm. Die Temperaturen lagen um 0,8 Grad über dem Schnitt. Zwar hat es im November in der Region geschneit, doch es gab auch Frühlingstemperaturen von bis zu 20 Grad.
Die Folgen des Klimawandels seien auch in Rheinland-Pfalz spürbar, sagt Klimaministerin Eveline Lemke (Grüne). Die Regionen zwischen Rhein, Nahe und Mosel seien stärker vom Klimawandel betroffen als andere Gebiete in Deutschland. Im Schnitt seien die Temperaturen im Land seit 1981 um 1,4 Grad gestiegen. Seit Sonntag ist Lemke beim Weltklimagipfel in Paris. Sie fordert, dass die Klimaerwärmung auf maximal zwei Grad begrenzt werden müsse.
Schon jetzt leide die Region unter den Folgen der Erwärmung. Zuletzt hätten Unwetter, Überschwemmungen und die Verbreitung von wärmeliebenden Schädlingen in der Landwirtschaft deutlich zugenommen. wie