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Kinderporno-Verdacht: Eifeler Polizist suspendiert

Kinderporno-Verdacht: Eifeler Polizist suspendiert

Weil er Kinderpornos besessen haben soll, ermittelt die Trierer Staatsanwaltschaft nach TV-Informationen gegen einen Polizisten der Wittlicher Polizeidirektion. Der 53-jährige Beamte ist suspendiert.

Trier. (sey) Erneut ist ein Polizist der flächengrößten rheinland-pfälzischen Polizeidirektion ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Weil Ermittler auf seinem Privat-Computer mehrere Kinderporno-Videos gefunden haben, wird gegen einen 53-jährigen Polizisten wegen Besitzes kinderpornographischer Schriften ermittelt. Das bestätigte Triers Leitender Oberstaatsanwalt Jürgen Brauer auf Anfrage unserer Zeitung. Laut Brauer war gegen den Polizeibeamten wegen anderer Vorwürfe ermittelt worden, die sich bislang nicht bestätigt hätten. Welche Vorwürfe das sind, wollte der Chef-Staatsanwalt nicht sagen: "Hierauf möchte ich nicht näher eingehen."

Polizeisprecherin Monika Peters sagte dem TV, der Beamte sei wegen der Schwere der Vorwürfe Anfang des Monats suspendiert worden, seine Dienstbezüge habe man gekürzt. Nach dem Landesdisziplinargesetz kann einem Beamten das Gehalt um maximal 50 Prozent gekürzt werden, "wenn im Disziplinarverfahren voraussichtlich auf Entfernung aus dem Dienst (…) erkannt werden wird". Das Disziplinarverfahren ruht in solchen Fällen, bis der Fall strafrechtlich abgeschlossen ist. Nach Angaben der Polizeisprecherin ermittelt die Staatsanwaltschaft bereits seit Herbst 2009 gegen den Polizisten wegen außergerichtlicher Verfehlungen.

Noch deutlich länger laufen inzwischen die Ermittlungen gegen einen ebenfalls suspendierten Polizisten aus dem Vulkaneifelkreis. Der 50-jährige leitende Polizeibeamte soll im vergangenen Jahr nach einem Rosenmontagszug eine Frau sexuell belästigt haben. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ das Trie rer Amtsgericht seinerzeit einen Haftbefehl gegen den Mann, der gegen Auflagen allerdings außer Vollzug gesetzt wurde. Wie Triers Leitender Oberstaatsanwalt Jürgen Brauer dem TV am Donnerstag sagte, dauern die Ermittlungen weiter an: "Es sind zahlreiche Zeugen zu vernehmen, weil das Verhalten der Beteiligten im Vorfeld bei einer Rosenmontagsfeier aufzuklären ist." Polizeisprecher Karl-Peter Jochem sagte: "Der Beamte ist weiter vom Dienst suspendiert."

Zur Polizeidirektion Wittlich gehören die Polizeiinspektionen Wittlich, Bitburg, Prüm, Daun (mit Gerolsteiner Wache), Bernkastel-Kues, Zell (mit Wache Traben-Trarbach), die Kriminalinspektion Wittlich und die Autobahnstation Schweich. 470 Polizisten sind für 290 000 Einwohner verantwortlich.