Klein kariert

Für sich genommen ist Stefan Raabs Idee eines nationalen Sänger-Wettstreits eine hervorragende Idee. Die deutsche Musik-Szene hat sich positiv entwickelt. Intelligente Texte und Arrangements fernab der weich gespülten Main-Stream-Rhythmen á la Britney Spears lassen aufhorchen.

Da zählt die Berliner Band "Wir sind Helden" wohl verdient zur Phalanx neuen deutschen Liedguts. So hat "Heldin" Judith Holofernes mit ihrem frechen Lied "Müssen nur wollen" den Machbarkeitswahn der Mächtigen ordentlich auf die Schippe genommen. Kaum vorstellbar, dass ein Pop-Sternchen sich das trauen würde - könnte ja sein, dass der eine oder andere Werbe-Vertrag sich dann in Luft auflöst. Um so wichtiger ist deshalb Raabs Forderung, jungen deutschen Bands ein größeres Forum zu schaffen. Seine Begründung scheint jedoch reichlich kleinkariert. Er will damit dem European Song Contest Konkurrenz machen, denn dort klinge es immer "orientalischer". Na und? Das liegt schließlich auch daran, dass Europa sich wandelt und neue Musik-Strömungen aus neuen Ländern hinzu kommen. Vielleicht ist Raab ja nur ein schlechter Verlierer, denn sein Kandidat Max hatte den European Song Contest 2004 vergeigt - aber das ist nun wirklich kein gutes Argument für einen neuen Wettbewerb. hp.linz@volksfreund.de