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Klimawandel soll ins Zentrum der Außenpolitik rücken

Berlin. Die Autoren des Gutachtens von vier internationalen Forschungsinstituten, das unserer Zeitung vorliegt, glauben nicht, dass es Klimakriege geben wird, sprechen aber von "sich gegenseitig verstärkenden" Entwicklungen.

Berlin. Bevölkerungswachstum, Verstädterung, der Anstieg der Meeresspiegel, Wetterkatastrophen, Wassernot und die ohnehin schwache wirtschaftliche Entwicklung würden die Widerstandsfähigkeit zahlreicher Staaten auf die Probe stellen. "Viele werden daran scheitern." Dann drohe eine weltweite "Destabilisierungsspirale". Die Warnung der Wissenschaftler: "Bei hohem Druck und akuten Schocks geraten auch entwickelte Staaten an die Grenzen ihrer Belastbarkeit."
Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) übernahm bereits eine der Schlussfolgerungen der Experten: "Wir brauchen eine neue Kultur der Zusammenarbeit", sagte er. Auf dem Weltklimagipfel Ende dieses Jahres in Paris soll nach mehrfachem Scheitern der erneute Versuch unternommen werden, eine verbindliche Vereinbarung zwischen allen Staaten zu erreichen, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Jedes G7-Land werde nationale Beiträge leisten, darunter auch die USA.
Die G7 wollen systematischer als bisher versuchen, betroffenen Staaten präventiv zu helfen. Die Ansätze reichen von einem systematischen internationalen Risikomanagement über die Verbesserung der Wasserversorgung bis zur konkreten Katastrophenvorsorge vor Ort. "Resilienz", also Stärkung der Widerstandsfähigkeit, müsse zum neuen Kompass der internationalen Außenpolitik werden. wk