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Klimawandel soll mehr Starkregen bringen

Klimawandel soll mehr Starkregen bringen

Ob die extremen Niederschläge ein Zeichen für den Klimawandel sind, ist offen. Allerdings rechnen Experten vom rheinland-pfälzischen Zentrum für Klimawandelfolgen damit, dass Starkregen häufiger werden.

Sind die sintflutartigen Regenfälle der vergangenen Tage eine Begleiterscheinung des Klimawandels?
So oft diese Frage angesichts der dramatischen Bilder aus den Überschwemmungsgebieten derzeit auch auftaucht - befriedigend beantworten lässt sie sich nicht. "Natürlich könnte es damit zu tun haben", sagt Ulrich Matthes, Leiter des rheinland-pfälzischen Kompetenzzentrums für Klimawandelfolgen in Trippstadt.
Ein einzelner Starkregen sage jedoch nichts aus. Um Aussagen über den Klimawandel zu treffen, müsste man über einen längeren Zeitraum verfolgen, ob sich solche Starkregen häufen.

Und genau das wird prognostiziert. "Wir erwarten, dass extreme Wetterereignisse wie Sturm, Hagel oder Starkregen mit dem Klimawandel zunehmen", sagt Matthes. Damit würde auch die Gefahr von Überschwemmungen steigen. "Das zeigt, wie ernst man den Klimaschutz nehmen muss", sagte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken am Montag bei der Eröffnung einer internationalen Konferenz zu Wasserressourcen und Umweltforschung in Koblenz. Der Klimawandel und damit extreme Witterungsverhältnisse, starke Regenereignisse und Hochwasser seien längst traurige Realität. Die Trippstädter Klimaexperten rechnen auf der Grundlage regionaler Daten damit, dass die Temperaturen bis Ende des Jahrhunderts um 3,5 bis vier Grad Celsius steigen. Schon jetzt liegen sie deutlich höher als vor einigen Jahrzehnten: 1947 betrug die auf dem Trierer Petrisberg gemessene Jahresdurchschnittstemperatur 8,9 Grad. 2011 waren es schon 10,6 - 1,7 Grad mehr. Bei den Niederschlägen gehen die Wissenschaftler von einer Umverteilung aus: Die Sommer sollen bis zu 30 Prozent trockener werden, die Winter nasser.

All dies hat nicht nur für die Flusstäler Folgen. Für wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten verbessern sich die Bedingungen - allerdings auch für Schädlinge wie Borkenkäfer oder Zecken. Andere Arten werden verdrängt: Vor allem Fichten müssen Bäumen weichen, die besser mit Trockenheit zurechtkommen.