Kollektiver Pessimismus

Die Hiobsbotschaften für die SPD und die Bundesregierung nehmen kein Ende. In der Wählergunst sind die Sozialdemokraten laut jüngster Umfrage des Politbarometers auf einen neuen Tiefpunkt abgerutscht.

Schlimmer geht‘s nimmer. Und der Ifo-Geschäftsklima-Index ist überraschend eingebrochen. Vorerst ist damit auch die einzige Hoffnung der SPD auf den rettenden und tragenden Aufschwung zerplatzt. Und zwar entgegen den Erwartungen vieler Analysten. Genau das dürfte die große Ratlosigkeit bei den führenden Genossen noch einmal verstärken. Wie wäre es aber mit einem "Jetzt erst Recht"? Parteichef Franz Müntefering hat es ja versucht Anfang der Woche - zweifellos nicht sonderlich mitreißend. Aber für die SPD gilt dasselbe wie für dieses Land, Politbarometer hin, Ifo-Index her: Beide sind besser als ihr derzeitiger Ruf, sowohl die Sozialdemokraten als auch die taumelnde Republik leiden unter kollektivem Pessimismus. Für diese Zustände gibt es Gründe: Zum einen liegt es in der Tat an der Politik selbst und ihrem Hang dazu, vor allem die Schwächen zu pflegen, und die Erfolge klein zu reden. So schafft man keinen Aufbruch. Zum andern aber ist Verzagtheit zu einem Volkssport geworden. Keine Frage, die Krise gibt es. Aber wer sie bewältigen will, braucht Mut, nicht Mutlosigkeit. Das gilt für die SPD und das Land gleichermaßen. nachrichten.red@volksfreund.de