Kommentar: Schlag ins Kontor für Klöckner

Kommentar: Schlag ins Kontor für Klöckner

Für den Trierer Christoph Böhr dürfte 2011 ein ungemütliches Jahr werden. Der Staatsanwalt ermittelt gegen ihn in der CDU-Finanzaffäre wegen mutmaßlicher Untreue, die Parteispitze hat mit dem ehemaligen Vorsitzenden gebrochen und droht mit Schadensersatzansprüchen.

Viele Freunde hatte Böhr nach der Wahlpleite 2006 ohnehin nicht, nun wird es einsam um ihn.

Aber gab es tatsächlich in der Union ein System Böhr, in dem er nur mit wenigen Vertrauten, darunter Ex-Fraktionsmanager Markus Hebgen, die folgenschweren Entscheidungen über die Finanzen traf? Hebgen hat bereits von Mitwissern und Mitentscheidern gesprochen, die aktuell Verantwortung trügen. Kein Wunder, dass die SPD eifrig in dieser Wunde stochert.

Es steht zu vermuten, dass weitere pikante Details ans Tageslicht kommen. Selbst wenn andere CDU-Führungskräfte nichts vom Finanzchaos wussten, müssen sie sich mindestens ankreiden lassen, dass sie es hätten wissen und verhindern müssen. Für Spitzenkandidatin Julia Klöckner schlägt die Affäre so oder so kräftig ins Kontor. Sie schmälert ihre Chancen auf einen Wahlsieg.

f.giarra@volksfreund.de

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