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Kommentar zur Klage gegen die Maskenpflicht in der Innenstadt Trier

Meinung : Übers Ziel hinausgeschossen

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Diese Erfahrung hat jetzt auch die Stadt Trier mit der von ihr überaus großzügig verhängten Maskenpflicht gemacht. Danach darf nahezu die komplette Innenstadt den ganzen November rund um die Uhr nur noch „mas­kiert“ betreten werden.

Um zu erkennen, dass diese Anordnung unverhältnismäßig hart ist, muss man kein Jurist sein. Warum, bitteschön, sollen Trierer oder Besucher nachts um 3 Uhr in der Fußgängerzone eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen müssen? Entschuldigung, aber das ist – ohne den generellen Sinn der Masken anzuzweifeln – völliger Unsinn!

Einschränkungen sind in Coronazeiten unabdingbar, aber sie müssen Sinn machen und für die meisten Bürger auch nachvollziehbar sein. Die Trierer Anordnung riecht dagegen zumindest teilweise nach Aktionismus, sie schießt übers Ziel hinaus. Gut, dass ein Gericht sie gekippt hat.

Die von der Kommune nun aus Verzweiflung angerufene zweite Instanz wird daran nichts ändern.
r.seydewitz@volksfreund.de