Kontrolle ohne Befund

MAINZ. (win) In Rheinland-Pfalz ist bisher kein verdorbenes Geflügelfleisch aus dem neuen Lebensmittelskandal in Niedersachsen aufgetaucht. Es liefen gezielte Überprüfungen, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums.

Das Mainzer Umweltministerium und die Lebensmittelkontrolle haben bisher keine Erkenntnisse oder Hinweise, dass verdorbenes Geflügelfleisch aus dem Betrieb in Lastrup den Weg nach Rheinland-Pfalz gefunden hat. Sofort nach Bekanntwerden der Vorfälle in Niedersachsen seien gezielte Untersuchungen und Überprüfungen eingeleitet worden, sagte der Sprecher des Umweltministeriums, Stefan Raber, auf Anfrage des TV. Kritik der Grünen-Agrarexpertin Ulrike Höfken an aus ihrer Sicht unzureichenden Lebensmittelkontrollen in Deutschland wies Raber zurück. Rheinland-Pfalz sei eines der ersten Bundesländer, in denen Leitlinien für ein konsequentes Qualitätsmanagement der Lebensmittelkontrollen erarbeitet worden seien, sagte der Ministeriumssprecher. Zusätzlich gebe es eine standardisierte und fachlich begründete Risikoabschätzung. Dadurch würden Betriebe, die große Mengen oder sensible Waren produzieren, häufiger kontrolliert. Die Lebensmittelüberwachung in Rheinland-Pfalz, die an ein Schnellwarn-System angeschlossen ist, untersucht jährlich mehr als 25 000 Proben. Ein Lebensmittel wird laut Raber nicht erst durch eine staatliche Kontrolle "sicher". Neben hohen Standards für Nahrungsmittelproduktion gebe es auch Eigenkontrollsysteme der Hersteller. Lebensmittelüberwachung überprüfe nur stichprobenartig diese Eigenkontrollsysteme. Absolute Sicherheit könne es jedoch nicht geben, wie die aktuellen Vorfälle in Niedersachsen zeigten. Eine 100-prozentige Kontrolle sei nicht zu leisten, sagte der Ministeriumssprecher.