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Konzer Stiftung will Unterricht an Schulen revolutionieren

Konzer Stiftung will Unterricht an Schulen revolutionieren

Positive Motivation statt negativer Auslese: Wie sich das auf die Atmosphäre in der Schule auswirkt, will ein Experiment wissenschaftlich erforschen. Federführend ist die Trierer Uni-Professorin Michaela Brohm, die Konzer-Doktor-Bürgerstiftung trägt das Projekt ebenso mit wie die Schulaufsichtsbehörde ADD.

"Ein bundesweit in dieser Form einmaliges Vorhaben": So beschreibt die Pädagogik-Professorin und Motivationsforscherin Brohm das Projekt "Motivation lernen". Ab Montag werden die beteiligten Lehrer in Sachen Motivationskunst trainiert, und die Erkenntnisse sollen sofort in den Unterricht einfließen.

Die Phase der praktischen Umsetzung geht zunächst bis Ende des Jahres, die wissenschaftliche Auswertung dauert bis zum Sommer 2014. Falls bei den Schülern Erfolge zu verzeichnen sind, könnte das Modell auch auf andere Schulen übertragen werden. Die "ungewöhnlich große freiwillige Beteiligung der Lehrer" ermöglicht nach Einschätzung von ADD-Schulabteilungsleiter Klaus-Günter Süssmann belastbare Ergebnisse - so dass die Initiative "kein Strohfeuer bleibt".

Beteiligt sind in Konz sechs Grundschulen, die Realschule plus und das Gymnasium, letzteres mit dem kompletten Kollegium. "Wir arbeiten ohnehin an neuen Unterrichtsstrukturen", sagt Direktor Paul Weirich, "da hat diese Idee genau gepasst".

Grundidee des Projektes ist es, herauszufinden, wie Schüler besser für den Unterricht motiviert werden können. Pädagogin Brohm will Überforderungsängste abbauen und die Fähigkeiten der Schüler positiv verstärken: "Sie lernen Rechtschreibung, Mathe und Englisch, aber sie lernen nicht, wie man sich selbst motiviert". Dabei sei längst wissenschaftlich erwiesen, dass ein positives Schul- und Lernklima nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die Leistungsbereitschaft, die soziale Kompetenz und die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler fördere.
Das Großprojekt ist Ergebnis einer längerfristigen Zusammenarbeit zwischen der Uni und der Konzer-Doktor-Bürgerstiftung. Deren Erwartungen sind hoch: Von einem "revolutionären Projekt" und einer "Initialzündung für einen Paradigmenwechsel" spricht Stiftungs-Chef Hartmut Schwiering.

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