Koptischer Priester hofft auf ein freies, friedliches Land

Koptischer Priester hofft auf ein freies, friedliches Land

Der in Bitburg lebende koptische Priester Mina Wanis Saleh hat sein Heimatland Ägypten aus politischen Gründen verlassen. Der TV hat mit ihm über die Hoffnungen gesprochen, die er mit den aktuellen Unruhen verbindet.

Bitburg. (kah) Vater Mina Wanis Saleh ist über das, was in seiner Heimat Ägypten geschieht, im Bilde - dank dem arabischen Sender Al-Dschasira. Seit die ägyptische Regierung Internet und Mobilfunk blockiert, fällt es dem in Bitburg lebenden koptischen Priester schwer, Informationen aus erster Hand zu bekommen. Seine üblichen Kommunikationskanäle Facebook, Twitter und Handy sind gekappt. Und am Telefon haben seine in Ägypten lebenden Freunde, Verwandten und Glaubensbrüder Angst, frei zu sprechen. Sie gehören als Christen ohnehin zu einer unterdrückten Minderheit, die in Angst lebt. In begründeter Angst, wie der am Neujahrstag verübte Terroranschlag auf eine Kirche in Alexandria zeigte.

Mit den Unruhen in seinem Heimatland verbindet Saleh die Hoffnung, dass die Zeit von Staatspräsident Mubarak endlich vorbei ist; die Hoffnung auf eine neue Regierung, die zwischen Staat und Religion trennt, und auf ein "freies und friedliches Land, in dem jeder auf die Straße gehen kann, ohne sich ängstigen zu müssen." Wie es aber tatsächlich weitergehen wird, wagt Saleh nicht zu prognostizieren.