Krankmeldungen: Höchster Stand seit 20 Jahren

Krankmeldungen: Höchster Stand seit 20 Jahren

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt läuft es zurzeit gut. Die Zahlen der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen erreichen Rekordhöhen - ebenso wie die Krankmeldungen.

Hamburg/Berlin. Die Krankschreibungen in Deutschland haben im ersten Halbjahr 2016 den höchsten Stand seit rund 20 Jahren erreicht. In den ersten sechs Monaten des Jahres betrug der Krankenstand 4,4 Prozent, wie die gesetzliche Krankenkasse DAK-Gesundheit am Mittwoch berichtete. Er lag damit um 0,3 Prozentpunkte höher als im ersten Halbjahr 2015. So hoch lag der Krankenstand zuletzt in den 1990er Jahren.
Der Krankenstand bezeichnet die Zahl der Arbeitnehmer, die in einem bestimmten Zeitraum bei einem Arbeitgeber krankgemeldet sind. Mehr als jeder dritte Berufstätige (37 Prozent) wurde demnach mindestens einmal krankgeschrieben. Im Schnitt dauerte eine Erkrankung 12,3 Tage, im Vorjahreszeitraum waren es 11,7 Tage, so das Ergebnis der aktuellen Analyse der DAK-Gesundheit.

Insgesamt ließen sich mehr als die Hälfte aller Fehltage auf drei Krankheitsarten zurückführen, so die DAK. An erster Stelle stünden Rückenleiden und andere Muskel-Skelett-Erkrankungen (22 Prozent). Es folgen Krankheiten des Atmungssystems (17 Prozent Anteil am Gesamtkrankenstand). Der Anteil der psychischen Erkrankungen am Krankenstand erhöhte sich auf 16 Prozent (2015: 15 Prozent).
Unterdessen zeigt eine Auswertung des aktuellen Gesundheitsreports der Techniker Krankenkasse (TK) nach Kreisen und kreisfreien Städten in Rheinland-Pfalz, dass es eine große Spannweite beim Krankenstand gibt. So lag 2015 der Krankenstand in Mainz mit 3,39 Prozent und in Trier mit 3,41 Prozent weit unter Landesdurchschnitt (4,42 Prozent) und Bundesdurchschnitt (4,23 Prozent). dpa/wie