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Krim-Anschluss an Russland: Trierer Politiker spricht von "Riesenschaden"

Moskau. Der Vertrag ist unterzeichnet, der Anschluss der Halbinsel Krim an Russland damit nahezu besiegelt. „Ein schwerer Bruch des Völkerrechts“, sagt der Vorsitzende der deutsch-russischen Parlamentariergruppe, Bernhard Kaster, der von einem "Riesenschaden" spricht. Rolf Seydewitz

Russland schafft im Krim-Konflikt Fakten: Präsident Wladimir Putin hat am Dienstag den Vertrag über die Aufnahme der völkerrechtlich zur Ukraine gehörenden Schwarzmeer-Halbinsel Krim unterzeichnet. Auch Vertreter der prorussischen Krim-Führung setzten ihre Unterschriften unter das Dokument. Die noch ausstehende Zustimmung des Parlaments gilt als sicher.

Schon bis Freitag könnte die Eingliederung der Halbinsel in die Russische Föderation unter Dach und Fach sein. Die Krim sei ein "untrennbarer" Teil Russlands, sagte Präsident Putin.

Nach Angaben von Frankreichs Außenminister Laurent Fabius wurde Russland wegen der Krim-Krise aus der Gemeinschaft der führenden Wirtschaftsnationen (G.8) suspendiert. Die sieben führenden Industrieländer würden sich ohne Russland treffen.

Ein solcher Bruch des Völkerrechts erfordere eine klare Reaktion der internationalen Gemeinschaft, sagte der Vorsitzende der deutsch-russischen Parlamentariergruppe, Bernhard Kaster, dem Trierischen Volksfreund. Der Trierer CDU-Bundestagsabgeordnete befürchtet, dass die Krim-Krise negative Auswirkungen auf das deutsch-russische Verhältnis haben wird. "Da entsteht ein Riesenschaden", sagt Kaster, der in der Krim-Krise zugleich das "umsichtige und kluge Vorgehen" von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) lobt.

Kaster gibt nach eigenen Angaben die Hoffnung nicht auf, dass sich das Verhältnis wieder stabilisieren wird. Entscheidend dafür sei aber die weitere Entwicklung, etwa wie sich Putin nach der Krim-Annexion im Osten und Süden der Ukraine verhalte.

Mit Material von DPA.