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Kritik an Umweltminister wird lauter

Kritik an Umweltminister wird lauter

Berlin. (has) Die Erkenntnis, die Einführung des Kraftstoffs E 10 vermurkst zu haben, will sich das Bundesumweltministerium nicht zu Eigen machen. Weder äußerte Norbert Röttgen Verständnis für verunsicherte Autofahrer, noch Bedauern über das Chaos.

Auch lieferte er keine Entwirrung der Verwirrung und betonte, im Vorfeld der Einführung von E 10 alles richtig gemacht zu haben. So seien schon im Februar 2010 alle Beteiligten an einen Tisch gerufen worden, außerdem habe man Millionen an Infobroschüren und Plakate drucken lassen. Für das Debakel sei die Mineralölwirtschaft verantwortlich.

Röttgen ist zwar ein kluger Kopf, aber selbst in der Union sagt man, ihm fehle das Gespür für das Kleinklein, für das, was die Bürger meist bewegt und was rasch politisch ganz groß werden kann. Auch der gestrige Benzin-Gipfel hat den Eindruck nicht widerlegt, dass Röttgen mit seinen Gedanken womöglich woanders ist. So hat er sich im vorigen Jahr den Vorsitz der CDU in Nordrhein-Westfalen erkämpft, bald könnten dort Neuwahlen anstehen. Er wäre der Spitzenkandidat. Zudem ist der Stellvertreter von CDU-Chefin Angela Merkel nach dem Abgang von CSU-Star Karl-Theodor zu Guttenberg wieder zum ersten Kanzlerinnen-Kronprinz aufgestiegen.