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Keine Bedrohung
Magma-Kammer unter Vulkansee in der Eifel füllt sich

 Der Laacher See in der Eifel (Archivfoto).
Der Laacher See in der Eifel (Archivfoto). FOTO: A9999 Tobias Pietsch
Unter dem Laacher See in der Eifel schlummert ein Vulkan, dessen letzter großer Ausbruch 12.900 Jahre zurückliegt. Nun haben Forscher registriert, dass sich seine Magmakammer wieder füllt. Von Wolfgang Wiedlich

Die unscheinbaren Gasbläschen, die aus dem Laacher See ausperlen, elektrisieren zuweilen aufmerksame Spaziergänger: Tatsächlich, hier wandern wir über einen Vulkan, der keineswegs erloschen ist. Vor 12.900 Jahren, gegen Ende der letzten Kaltzeit, war der Laacher-See-Vulkan das letzte Mal ausgebrochen - eine heftige Eruption, bei der mehr Material herausgeschleudert wurde als beim Pinatubo-Ausbruch 1991, dessen Schwefelschwaden mehrere Jahre das Erdklima kühlten und so die Erderwärmung kaschierten. Der Knall vor 12.900 Jahren markiert den letzten Vulkanausbruch in Deutschland und bedeckte die Eifel bis ins Rheintal mit einer meterdicken Ascheschicht.

Und nun das: Ein deutsches Forscherteam berichtet im „Geophysical Journal International“, dass sich die Magmakammer unter dem Krater (Laacher See) wieder mit geschmolzenem Gestein füllt. Seit etwa fünf Jahren messen die Wissenschaftler der Landeserdbebendienste Mikro-Erdbeben bis in 45 Kilometer Tiefe, von denen Spaziergänger freilich nichts spüren. Diese Aktivitäten weisen zusammen mit den aufsteigenden Gasbläschen, so die Forscher, „auf ein aktives magmatisches System hin“.

Dass am Ende in der - heute dichter besiedelten - Osteifel ein Ausbruch steht, ist sicher; unsicher ist wann. In den letzten 450.000 Jahren hat der Vulkan sich in unregelmäßigen Abständen - aus Magma wurde Lava - entladen. Bedrohlich wird es erst, wenn der Boden sich verformt. Also ruhig Blut: Die Seismografen zeigen einstweilen nur, wie sensibel sie sind und dass sie selbst tiefstes Erdgebrummel registrieren.