Lästerzungen

Die Empörung von Moslems in aller Welt über Mohammed-Karikaturen einer dänischen Zeitung greift weiter um sich, trotz Beschwichtigungsversuchen aus Kopenhagen und Aarhus, wo die Bilder mit einem als Terroristen verzeichneten Propheten des Islam erschienen waren.

Der islamische Jahreswechsel mit dem jetzt beginnenden "heiligen" Monat Muharram, der eine Zeit religiöser Erregung zu sein pflegt, dürfte den Konflikt weiter anheizen. Von der Sache her ist es durchaus legitim, in Mohammed den geistigen Vater islamistischer Terroristen und Selbstmordattentäter zu sehen. Hat er doch selbst das Beispiel zu Krieg und Gewalt gegeben und jenen den siebten Himmel versprochen, die im Kampf für ein Weltreich des Islam ihr Leben hingeben. Die Moslems reagierten aber schon immer auf "Lästerungen" ihres Propheten besonders allergisch. Besonders unter islamischer Herrschaft war und ist der Lästerungsvorwurf ein beliebiger Vorwand, um Übergriffe gegen die christlichen und jüdischen Bürger zweiter Klasse zu rechtfertigen. Schon Ende des 18. Jahrhunderts hatten die mit ihren Zungen an eine Synagogentür genagelten "Läster-Juden" von Tripolis die erste amerikanische Militäraktion im heutigen Libyen ausgelöst. Wenn wir jetzt den akuten Lästerungsvorwürfen der Moslems mit serviler Unterwürfigkeit begegnen, unterscheiden wir uns kaum von den dem Islam bereits Unterworfenen und führen selbst die Politologen-Vision von einem den islamischen Mächten hörigen "Eurabia" mit herauf. nachrichten.red@volksfreund.de