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Land baut Betreuung für Kleinkinder aus

Land baut Betreuung für Kleinkinder aus

In Rheinland-Pfalz entstehen immer mehr Krippenplätze für Kleinkinder. Familienministerin Irene Alt (Grüne) ist sicher, dass das Land die bundesweit bis 2013 angestrebte Betreuungsquote von 35 Prozent für Kinder unter drei Jahren auf jeden Fall erreicht.

Mainz. Bund und Länder verfolgen das Ziel einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Zu diesem Zweck soll überall das Betreuungsangebot für Kleinkinder in Kindertagesstätten oder bei Tagesmüttern ausgebaut werden. Auf diesem Weg verzeichnet die Politik allerdings unterschiedliche Erfolge. Während kürzlich bekanntwurde, dass im Westen die Betreuungsquote von 35 Prozent bis 2013 wohl nicht zu schaffen ist, hat Landesfamilienministerin Irene Alt am Freitag im Landtag die Vorreiterrolle von Rheinland-Pfalz unterstrichen.
Nach Angaben der Grünen ist die Betreuungsquote kontinuierlich gesteigert worden. Lag sie 2006 noch bei 9,4 Prozent, stieg sie auf 17,5 Prozent im Jahr 2009 und betrug am 1. August dieses Jahres 29,3 Prozent. Es gebe 28 153 genehmigte U3-Plätze (für Kinder unter drei Jahren). Die Betreuungsquote in der Tagespflege liege bei 1,9 Prozent. Das seien 1818 Kinder in öffentlich geförderter Kindertagespflege.
Alts Fazit: "Wir sind gut aufgestellt." Der Ausbau der Betreuung werde weiter vorangetrieben. Wenn das Bundesprogramm 2013 auslaufe, werde das Land eigene Mittel im Haushalt einstellen. Einen maßgeblichen Grund für die Dynamik sieht die Familienministerin in der seit August 2010 geltenden Beitragsfreiheit für Zweijährige im Kindergarten. Rheinland-Pfalz gewährt darauf einen Rechtsanspruch und hat damit einen Zwischenschritt gemacht, denn 2013 soll bundesweit ein Rechtsanspruch für Kinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres gelten.
Alt verwies im Landtag auf die eindeutige Haltung der Länder, die einen Krippen-Gipfel fordern - möglichst schon im ersten Quartal 2012. "Die Zeit läuft uns davon", bekräftigte die Grüne. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder lehnt indes einen solchen Gipfel ab und bevorzugt einen fachlichen Austausch.Extra

Einen heftigen Schlagabtausch lieferten sich Regierung und Opposition im Landtag bei der Debatte über den Energiebericht für 2008 und 2009. CDU-Sprecher Norbert Mittrücker griff Energieministerin Eveline Lemke (Grüne) an. Sie gebe "leider keine Auskunft dar-über, wie die Landesregierung ihr energiepolitisches Ziel erreichen will". Es sei "allerhöchste Eisenbahn" für einen Plan und eine Strategie. Bernhard Braun (Grüne) wies das zurück. Die CDU erstarre in alten Denkmustern. "Mit solchen Hasenfüßen kann man keine Politik machen." Das Land werde die Verdoppelung der Solarenergie binnen zehn Jahren schaffen, ähnlich sei es bei der Windenergie. Ministerin Lemke verwies auf laufend überarbeitete Zahlen beim Statistischen Landesamt. SPD-Fraktionschef Hendrik Hering betonte, alle Maßnahmen entfalteten ihre Wirkung erst mittelfristig, und kritisierte die CDU: "Wenn sie jährliche Berichte fordern, wollen sie nur hintertreiben."fcg