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Landes-CDU schlägt Alarm: Ring-Party viel teurer als angegeben

Landes-CDU schlägt Alarm: Ring-Party viel teurer als angegeben

Der Start des Ringwerks ohne Achterbahn-Spaß geht heute ohne Pomp über die Bühne. Umso teurer war die Eröffnungsparty auf dem Rennstrecken-Areal am 9. Juli: Das Spektakel mit etwa 1200 Gästen hat mindestens 244 000 Euro gekostet. Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion, Hans-Josef Bracht, befürchtet, dass "die Kosten für die Steuerzahler weitaus höher sind".

Mainz/Adenau. Teuere Eröffnungsparty auf dem Nürburgring am 9. Juli: Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion, Hans-Josef Bracht, wirft Ring-Hauptgeschäftsführer Walter Kafitz vor, mit falschen Zahlen jongliert zu haben.

Hintergrund der Vorwürfe: Die Ring-GmbH hat die Eröffnungskosten bisher mit "unter 100 000 Euro" beziffert. Nach offiziellen Zahlen, die es mittlerweile von der Landesregierung gibt, hat das Spektakel Anfang des vorigen Monats aber mindestens 244 000 Euro gekostet.

Neben den von ihm kritisierten Zahlenspielen fuchst Bracht das "Ablenkungsmanöver" von Kafitz. Schließlich habe er verbreitet, dass die Kosten "zum Großteil von den beteiligten Partnern getragen" werden. Auf CDU-Anfrage muss aber das Wirtschaftsministerium klarstellen, dass wieder allein die nahezu landeseigene Nürburgring GmbH die Zeche zahlen muss - eben mindestens 244 000 Euro.

Dabei bleibt noch offen, ob in dieser Auflistung die Honorare von Nürburgring-Botschafter Boris Becker oder Moderatorin Nazan Eckes schon inbegriffen sind und was "die sündhaft teure und europaweite Werbekampagne" gekostet hat, wettert Bracht. Mit Rücksicht auf Persönlichkeitsrechte will das Ministerium die Honorare der Stars nur in vertraulicher Sitzung nennen.

Für die CDU passen "die Ungereimtheiten und Widersprüche ganz ins Bild der bisherigen chaotischen Zustände bei der Finanzierung und Planung des Projekts".

Nicht nur für die CDU bleiben viele weitere Fragen auf der Tagesordnung.

Auch die FDP hat noch immer Fragen



Auch FDP-Fraktionschef Herbert Mertin hat Zweifel an Auskünften. Er will wissen, ob die fürs (geplatzte) Finanzierungsgeschäft in der Schweiz deponierten 95 Millionen Euro des Landes beim Rücktransfer ans Land tatsächlich noch komplett und unangetastet auf dem Konto lagen.

Mit langem Fragenkatalog will er von der Landesregierung alle Details der Transaktion und der Abrechnung der Ring GmbH dokumentiert wissen. Kafitz versichert auf Anfrage unserer Zeitung, dass allein die Ring GmbH Zugriff aufs Konto hatte, das nach der Transaktion auch "nicht im Minus" war.

Spätestens im Untersuchungsausschuss kommen alle Verträge und Kontoauszüge auf den Tisch des Parlaments.