1. Nachrichten
  2. Themen des Tages

Landeslinke: Zukunft statt Zoff - Vorsitzende Katrin Werner kandidiert erneut

Landeslinke: Zukunft statt Zoff - Vorsitzende Katrin Werner kandidiert erneut

Die Landes-Linken wählen am Wochenende ihren neuen Vorstand. Beobachter gehen davon aus, dass die beiden amtierenden Vorsitzenden Katrin Werner und Alexander Ulrich in ihren Ämtern bestätigt werden.

Trier. In der Vergangenheit machten die rheinland-pfälzischen Linken häufig durch parteiinterne Querelen auf sich aufmerksam. Der Streit gipfelte im November vergangenen Jahres im Rücktritt des halben Landesvorstands. Unter denen, die damals den Bettel hinwarfen, war auch der Eifeler Jurist Wolfgang Ferner. Er und andere Vorstandsmitglieder äußerten teils heftige Kritik an den beiden Landesvorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Katrin Werner (Trier) und Alexander Ulrich (Kaiserslautern). Ihnen wurde vorgeworfen, alles zur Sicherung ihres Einflusses zu unternehmen, aber nichts für die politische und strukturelle Entwicklung der Partei. Es gehe ihnen nur um ihre Mandate, nicht um Inhalte.
Gemessen an dem Zoff herrscht ein gutes Jahr später fast schon Friede, Freude, Eierkuchen an der Spitze der Partei. Wenn sich die Landes-Linke am Samstag zu ihrem Parteitag in Rammelsbach (Kreis Kusel) trifft, dürften die Querelen weitgehend außen vor bleiben. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn ganz ohne innerparteilichen Zwist geht es auch dieses Mal nicht ab. Etliche Mitglieder aus dem Kuseler Kreisverband sind aus der Partei ausgetreten - wegen "undemokratischer Einmischung des Landesverbands" und angeblicher "Versuche, den Kreisverband zu schwächen".
Einige der Ausgetretenen planen nun offenbar am Samstag eine Demo vor der Rammelsbacher Festhalle. Drinnen dürfte es allerdings weitgehend ruhig bleiben, ist die Trierer Landesvorsitzende Katrin Werner optimistisch. Die 41-jährige Bundestagsabgeordnete stellt sich ebenso wie ihr Kaiserslauterer Kollege Alexander Ulrich erneut zur Wahl. Von möglichen Gegenkandidaten war zunächst nichts bekannt. Roger Mallmenn, Linken-Vorsitzender aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis, hat seine angekündigte Kandidatur wieder zurückgezogen. Der Birkenheimer gilt als Kritiker der Triererin Katrin Werner.
Weitgehend ad acta gelegt hat der Landesverband auch die Finanzsorgen vergangener Tage. Zwar sind die rheinland-pfälzischen Linken finanziell immer noch nicht auf Rosen gebettet. "Aber wir sind über den Berg", bringt Werner den Kassenbericht des 1620 Mitglieder starken Landesverbands auf einen einfachen Nenner.
Auch bei den Linken haben die Parteistrategen längst die Landtagswahl im Frühjahr 2016 fest im Blick. In jüngsten Umfragen rangiert die Partei konstant bei vier Prozent; der erstmalige Einzug in den Landtag rückt damit in greifbare Nähe. Ein neuerlicher innerparteilicher Streit würde da wohl alle Hoffnungen zunichte machen.
Mit welchen Themen die Linke im Wahlkampf punkten will, soll auf einem Programmparteitag im nächsten Jahr festgelegt werden. "Aber natürlich wird es auch um die Themen Bildung und kommunale Finanzen gehen", blickt Katrin Werner schon mal voraus.
Neben der Bundestagsabgeordneten kandidiert die erst 18-jährige Triererin Milena Mess als Beisitzerin für den Vorstand.