Landesregierung lässt Löcher und Risse in den Straßen stopfen

Landesregierung lässt Löcher und Risse in den Straßen stopfen

Noch hat der Winter das Land im Griff. Schon jetzt steht fest: Wenn er sich zurückzieht, wird er auf den Straßen eine Menge Schlaglöcher hinterlassen. Die Landesregierung will sie für fünf Millionen Euro stopfen lassen.

Mainz. Selten war ein rheinland-pfälzischer Winter so lang, bedeckten auch in den tiefer gelegenen Regionen so oft Eis und Schnee die Felder und Fahrbahnen. Der permanente Wechsel zwischen Minusgraden und Tauwetter hat seine Spuren auf den Straßen hinterlassen. Viele Experten befürchten daher, dass mit größeren Schäden zu rechnen ist. Die Landesregierung hat bereits reagiert. Das Infrastrukturministerium stellt fünf Millionen Euro bereit, um die Schlaglöcher in den Landesstraßen zu flicken, wie Verkehrsstaatssekretär Jürgen Häfner (SPD) gegenüber dem SWR erklärte. Der Sozialdemokrat geht davon aus, dass diese Summe für rund 7000 Kilometer Landesstraßen ausreicht.
Dabei teilen sich die fünf Millionen Euro wie folgt auf: Zwei Millionen Euro sind vorgesehen, damit Löcher und Risse in den Straßen gestopft werden. Mit drei Millionen Euro sollen größere Ausbesserungsarbeiten geleistet, also Strecken geflickt werden, bei denen der Straßenbelag gleich an mehreren Stellen beschädigt ist. Dabei kommen sogenannte Kleinfertiger zum Einsatz. Das sind kleinere Asphaltmaschinen, die die Straßendecke erneuern. Die fünf Millionen Euro, mit denen nun Frostschäden behoben werden, entsprechen übrigens dem Ansatz im Landeshaushalt.
Hinzu kommen aber die Kosten für die Frostschäden an den Kreis- und Bundesstraßen. Im vergangenen Jahr wurden für alle Straßen zusammen 5,1 Millionen Euro ausgegeben, heißt es im Ministerium. Der strenge Winter 2010/2011 hatte mit 15 Millionen Euro zu Buche geschlagen.
"Wir werden genau darauf achten, ob tatsächlich alle Schäden ausgebessert werden", sagte gestern Herbert Fuss vom ADAC Mittelrhein. "Ob die fünf Millionen Euro da reichen, ist fraglich." Fuss begrüßt immerhin, dass diese Summe bereits für die Landesstraßen zugesagt wurde. "Das ist ein erster Schritt, auch wenn das kaum reicht, um das Straßennetz optimal instand zu setzen."
Ein kritisches Auge auf die Fortschritte bei der Sanierung will auch die Opposition im Land werfen. Etwa der CDU-Landtagsabgeordnete und Kommunalpolitiker Peter Enders, der den Endlos-Winter im Westerwald hautnah erlebte. "Ich bin heute morgen noch durch ein Schlagloch gefahren", sagt er. "Wenn die Mittel nicht reichen, muss nachgesteuert werden."
Für den ADAC Mittelrhein ist zudem wichtig, dass auch den rheinland-pfälzischen Kommunen geholfen wird. "Sie dürfen jetzt nicht alleingelassen werden", appelliert Abteilungsleiter Fuss. Wie hoch die Kosten des Winters genau sind, will der zuständige Landesbetrieb Mobilität (LBM) bis Ende April, Anfang Mai ermittelt haben. Dann erst steht die Höhe der Frostschäden fest. Die Straßenmeistereien reparieren akute Schäden bereits jetzt. Dabei kommt Kaltmischgut (Kaltasphalt) zum Einsatz. "Die Verkehrssicherheit geht vor", heißt es beim LBM.

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