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Justiz
Landkreis Trier-Saarburg klagt gegen eigene Sparkasse

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Trier. Das hat es in de Region noch nicht gegeben. Die mehrere Monate andauernden Verhandlungen zwischen dem Landkreis Trier-Saarburg auf der einen Seite und der Sparkasse Trier sowie der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) auf der anderen Seite sind offensichtlich gescheitert. Von Harald Jansen
Harald Jansen

Deshalb wird der Kreistag Trier-Saarburg in seiner Sitzung am Montag über eine Klage gegen die beiden Banken sprechen. Dies geht aus der kurzfristig erweiterten Tagesordnung hervor. Es geht nach TV-Informationen um eine Summe von rund zehn Millionen Euro.

Hintergrund für die Klage des Kreises vor dem Landgericht sind Finanzgeschäfte aus den Jahren 2009 bis 2012. Damals waren laut früherer Auskunft der Kreisverwaltung Trier-Saarburg fünf sogenannte Zahlerswaps und acht Swaptions über eine Gesamtsumme von rund 40 Millionen Euro abgeschlossen worden. Dabei handelt es sich um auch als Derivate bezeichnete Zinsgeschäfte mit dem Ziel, sich dauerhaft niedrigere Zinsen zu sichern. LBBW und Sparkasse Trier sollen seinerzeit am Zustandekommen der Finanzgeschäfte mitgewirkt haben.

Bei der Kreisverwaltung Trier-Saarburg war am Freitagnachmittag niemand für eine Stellungnahme zum Thema Derivatgeschäfte zu erreichen. In einer früheren Mitteilung hieß es, dass „der Landkreis bei Abschluss der Geschäfte nicht über alle Aspekte der Geschäfte informiert war.“ Beispielsweise habe es keine Aufklärung über etwaige negative Zinsen oder den Barwert der Produkte gegeben.

Auch andere Kreise wie der Landkreis Bernkastel-Wittlich haben solche Kreditgeschäfte abgeschlossen.