Landtag setzt sich einhellig für Gleichbehandlung von Frauen ein

Landtag setzt sich einhellig für Gleichbehandlung von Frauen ein

Schlechter bezahlt als Männer, kaum in Führungspositionen oder in politischen Ämtern: Frauen sind in vielen Bereichen benachteiligt. Alle Fraktionen im Landtag wollen das ändern, sehen aber noch viel Arbeit dabei.

Mainz. Die meisten politischen Themen werden im Parlament kontrovers diskutiert. Eines nicht: Wenn es darum geht, sich für die Gleichbehandlung der Geschlechter einzusetzen, sind sich SPD, CDU und FDP grundsätzlich einig. Unterschiede gibt es allenfalls im Detail.

Antworten der Landesregierung auf eine Große Anfrage der SPD-Fraktion zeigen auf, wo es besonders hakt. So sind Frauen beispielsweise in der Politik deutlich in der Minderheit. Ihr Anteil in Stadt- oder Gemeinderäten beträgt nur 16,8 Prozent, immerhin eine Steigerung seit 1994 (12,7 Prozent). Das sei "mehr als traurig", befand die SPD-Abgeordnete Ingeborg Sahler-Fesel aus Schweich am Freitag im Landtag.

Ungleichgewichte zeigte Sahler-Fesel im Arbeitsleben auf. Es gebe "erschreckend hohe Prozentzahlen von Frauen im Niedriglohnsektor und in der Teilzeitarbeit". Hier bestehe dringender Handlungsbedarf. Positiv sei, dass die Landesregierung Frauenförderung als Querschnittsaufgabe aller Ministerien begreife.

Gisela Born-Siebicke (CDU) bekräftigte, das deutliche Lohngefälle zwischen Männern und Frauen sei nicht hinnehmbar. Obwohl sie bei Bildungsabschlüssen Männer überflügelt hätten, wählten Frauen fast immer die gleichen Berufe. "Eine Bewusstseinsänderung ist notwendig."

FDP-Sprecherin Rita Wagner aus Hetzerath forderte flexible Betreuungsangebote und verwies auf ein Beispiel in der Schweiz, wo Frauen explizit zu Lokführerinnen ausgebildet würden. Ihr Fazit: "Wir werden das, was wir wollen, erst nach 20 bis 25 Jahren harter Arbeit erreichen. Aber wir kommen voran."

Frauenministerin Malu Dreyer (SPD) lobte die fraktionsübergreifend gute Zusammenarbeit bei diesem Thema. Sie wies darauf hin, zu viele Frauen arbeiteten in Bereichen, in denen sie ihren Lebensabend nicht absichern könnten. Mindestlöhne in allen Bereichen seien daher erforderlich. Eine Daueraufgabe bleibe die Berufsorientierung. Frauen müssten mehr für technische Berufe begeistert werden. Zudem gebe es noch "Barrieren im Kopf", die zu bekämpfen seien. "Wir müssen uns verabschieden vom alten Rollenverständnis zwischen Männern und Frauen."

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