1. Nachrichten
  2. Themen des Tages

Landtagswahl: CDU trotz Desaster in Hamburg ruhig - Kleine Parteien verspüren Aufwind

Landtagswahl: CDU trotz Desaster in Hamburg ruhig - Kleine Parteien verspüren Aufwind

Trotz der gewaltigen Verluste der Union bei der Wahl in Hamburg gibt sich die rheinland-pfälzische CDU mit Blick auf die Landtagswahl am 27. März gelassen. SPD, FDP, Grüne und Linke fühlen sich bestätigt.

Bundes- und landesweit analysierten die Parteistrategen am Montag das Wahlergebnis in der Hansestadt. Hamburg wird das zweite Bundesland sein, das von den Sozialdemokraten mit absoluter Mehrheit regiert wird. Meinungsforscher gehen allerdings davon aus, dass die SPD-Alleinherrschaft in Rheinland-Pfalz am 27. März zu Ende ist. Die jüngste Emnid-Umfrage sieht die SPD bei 38 Prozent (CDU 35, Grüne zwölf, FDP und Linke je fünf). Damit liefe es auf eine rot-grüne Koalition hinaus.

Ministerpräsident Kurt Beck verspürt "neuen Schwung" für die SPD. Vielleicht hofft er, die absolute Mehrheit zu verteidigen. Sie war 2006 ebenso überraschend gekommen wie nun die in Hamburg. Der Trierer Parteienforscher Uwe Jun hält das für unwahrscheinlich. "Selbst wenn FDP und Linke scheitern, müsste die SPD stärker sein als CDU und Grüne zusammen." Jun sieht die Grünen als Zünglein an der Waage, gibt aber zu bedenken, dass sie "seit Jahren in Umfragen erfolgreicher sind als bei Wahlen".

CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner zeigt sich unbeirrt: "Hamburg hat nichts mit Rheinland-Pfalz zu tun. Alle Wahlforscher sagen, dass das schlechte CDU-Ergebnis lokale Gründe hatte." Man könne aber durchaus Lehren ziehen. So dürfe es "keine faulen Kompromisse in der Bildungspolitik geben".

Die kleinen Parteien fühlen sich gestärkt. FDP-Landeschef Rainer Brüderle sieht einen "guten Start" ins Superwahljahr mit sieben Landtagswahlen, der Rückenwind verschaffe. Grünen-Spitzenkandidatin Eveline Lemke meint, das solide Ergebnis in Hamburg mache Mut. "Wir wollen verhindern, dass die SPD auch bei uns durchmarschiert." Der Eifeler Linken-Landeschef, Wolfgang Ferner, sagt: "Hamburg zeigt, dass es trotz einer dominanten SPD Platz für eine linke Kraft gibt."

Derweil zeichnen sich bei der Wahl spannende Duelle um die Direktmandate ab. In einem halben Dutzend von 51 Wahlkreisen, darunter drei in der Region Trier, gab es 2006 nur hauchdünne Entscheidungen.