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Leck im Laster sorgt für Chaos

Vorsichtsmaßnahme: Wer in die Nähe des havarierten LKW (im Hintergrund) muss, legt lieber eine Atemschutzmaske an.Foto: Fritz-Peter Linden
Vorsichtsmaßnahme: Wer in die Nähe des havarierten LKW (im Hintergrund) muss, legt lieber eine Atemschutzmaske an.Foto: Fritz-Peter Linden
PRÜM/BRÜHLBORN. Erneuter Gefahrgut-Zwischenfall in der Nähe von Prüm: Ein Tanklastzug aus Frankreich, beladen mit benzolhaltigem Lösungsmittel, ist am Dienstag auf der Bundesstraße 410 bei Brühlborn gestoppt worden. ARRAY(0x1851d0500)

"Schon wieder ein Gifttransport,", schimpft ein Prümer Bürger gestern Mittag. "Man traut sich kaum noch auf die Straße." Das gilt vor allem für die Innenstadt: Dort herrscht bis zum frühen Abend Verkehrs-Chaos, weil die B 410 oberhalb der Stadt in beide Richtungen dicht gemacht werden muss. Die Folge: Hunderte Lastwagen quetschen sich durch die Straßen. Immerhin: "Die LKW-Fahrer sind großzügig, sie lassen alle PKW aus den Nebenstraßen vor und halten sogar an den Zebrastreifen", berichtet eine Autofahrerin. Der französische LKW, in Richtung Süden unterwegs, hat bereits zwischen Stadtkyll und Prüm Flüssigkeit verloren. Gegen 11 Uhr wird er auf dem Verbindungsstück zwischen der B 51-Ausfahrt Brühlborn und der Auffahrt zur A 60 von der Straßenmeisterei angehalten. Der Gefahrstoff-Trupp der Trierer Polizei rückt an und nimmt das Fahrzeug unter die Lupe. Dabei tritt weiteres Lösungsmittel aus, die Straße wird gesperrt. Ursache für den Flüssigkeitsverlust: ein Leck in der Tankdichtung. Wie der Fahrer angibt, war sein Sattelzug mit rund 24 Tonnen brennbaren, benzolhaltigen Lösungsmittels beladen. "Das Zeug hat einen Flammpunkt von 31 Grad", sagt ein Feuerwehrmann. "Zum Glück scheint nicht die Sonne, sonst müssten wir das Auto kühlen." Das Lösungsmittel gilt nach dem Gefahrgutrecht als "weniger gefährlich", verursacht aber Reizungen der Atemwege und starke Übelkeit. Wer in der Nähe des havarierten Lasters zum Einsatz kommt - dort herrscht ein beißender Geruch - muss eine Atemschutzmaske aufsetzen.Weiterer Zwischenfall am Nachmittag

"Zum Glück ist nichts weggelaufen", sagt Peter Hillen von der Prümer Verbandsgemeindeverwaltung. "Wir konnten die Flüssigkeit auf der Straße abfangen." Kurz danach wird mitgeteilt: Die französische Spedition besorgt einen neuen Dichtungsring, dann kann der Transporter weiter fahren. Sechs Wehren aus Prüm, Niederprüm und weiteren Ortschaften sind im Einsatz, darunter der Gefahrstofftrupp aus Bitburg. Wer auf der B 51 in Richtung Trier unterwegs ist, steht stundenlang im Stau. Am Nachmittag dann ein zweiter Zwischenfall auf der B 410: Bei Büdesheim gerät ein Langholz-Transporter ins Schleudern und verliert einen Teil seiner Ladung. Die Straße muss dort ebenfalls für etwa eine Stunde abgeriegelt werden. Zusätzliche Verkehrsbelastung bringt die wiederholte Sperrung der B 51 zwischen Stadtkyll und Olzheim: Nach dem Gefahrgut-Unfall vom 1. April werden zurzeit die Leitplanken erneuert, erst am Donnerstag gilt dort wieder freie Fahrt.