Lexikon: Hacker, Cracker und Trojaner

Lexikon: Hacker, Cracker und Trojaner

Hacker: Als Hacker werden Menschen bezeichnet, die Sicherheitslücken erkennen und in fremde Computersysteme eindringen. Während viele Hacker keine kriminellen Absichten damit verfolgen und mit ihren Aktionen auf Sicherheitslücken aufmerksam machen wollen, etabliert sich gerade eine neue Generation von Hackern, die sowohl aus Spaß als auch aus politischen Motiven in Systeme eindringt, um Schaden anzurichten oder ihre Opfer bloßzustellen.Cracker: Cracker zeigen ein ähnliches Vorgehen wie Hacker, verfolgen jedoch Ziele wie Computersabotage sowie Diebstahl von urheberrechtlich geschützter Software oder persönlichen Daten.

Hacker, die sich einer eigenen Ethik verpflichtet sehen, grenzen sich von Crackern ab. Eine Sonderform sind die sogenannten Script-Kiddies: zumeist minderjährige Jugendliche, die aus reinem Spaß an der Sabotage und wegen des damit verbundenen Ruhms in der Szene in Rechnersysteme eindringen.

Bot-Netze: Vom Wort Roboter herkommend bezeichnet ein Bot-Netz zusammengeschaltete Rechner, die für einen Angriff auf eine Computer-Infrastruktur oder für den Versand von unerwünschter Werbung für zwielichtige Produkte verwendet werden. Dabei handelt es sich in der Regel um Computer von arglosen Menschen, die mit Hilfe eines eingeschleusten Virus gekapert wurden. Der Nutzer bekommt meistens nicht einmal mit, dass sein Computer für fremde Zwecke missbraucht wird.

DDoS-Attacke: DDoS steht für Distributed Denial of Service - zu Deutsch wörtlich: Dezentrale Dienstablehnung. Das bedeutet, dass eine Großzahl von Rechnern (siehe Bot-Netz) ferngesteuert werden, um einen Server im Internet mit sinnlosen Anfragen zu überfluten und den Betrieb somit zu Erliegen zu bringen. In jüngster Zeit wurde die Drohung mit solchen Attacken häufig genutzt, um Unternehmen oder staatliche Stellen zu erpressen oder Rache zu üben, beispielsweise für die Festnahme des Wikileaks-Aktivisten Julian Assange im vergangenen Jahr.

Virus und Trojaner: Viren sind spezielle Programme, die auf Rechner eingeschleust werden, um damit dem Computer Schaden zuzufügen und seine Funktionsfähigkeit zu stören. Trojaner sind getarnte Viren, die sich als kleine, völlig harmlose Programme ausgeben.
Der Nutzer merkt nichts davon, dass ohne sein Wissen eine Software im Hintergrund läuft, während er an seinem Rechner arbeitet. Dieses Programm späht Daten aus, die der Nutzer eingibt, und sendet diese - wiederum unbemerkt - an einen Empfänger, der diese für eine kriminelle Attacke nutzt. Einziger Schutz: die Installation von Virenschutzprogrammen.

Firewall: Eine Firewall (Feuerwall oder Feuerwand) ist ein Programm, das es Eindringlingen aus dem Internet erschwert, Zugriff auf den eigenen Rechner zu erlangen. Nicht nur Unternehmen und staatliche Stellen setzen Firewalls ein, auch Privatanwender können sich mittels spezieller Programme schützen. Eine Firewall-Grundausstattung liefert beispielsweise das Betriebssystem Windows schon mit. Keinesfalls jedoch sollte man beim Einsatz einer Firewall auf Virenschutzprogramme verzichten. Manche Schutzprogramme liefern auch schon beide Funktionalitäten mit.

Phishing: Mittels Phishing (Abfischen) versuchen Kriminelle, Computernutzern wichtige Zugangsdaten, zum Beispiel zu ihrem Bank- oder E-Mail-Konto, zu entlocken. Dabei werden die Nutzer auf manipulierte Internetseiten gelockt, die den offiziellen Seiten der Hausbank oder des Mailanbieters täuschend ähnlich sehen. Auch Trojaner können dem Nutzer vorspiegeln, dass er sich gerade auf der Internetseite seiner Bank befindet, in Wirklichkeit aber in den Fängen Krimineller ist.

Scamming: Der Begriff Scamming leitet sich vom englischen Wort Scam (Betrug) ab. Scammer versuchen, ihre Opfer dazu zu bringen, ihnen Geld zu überweisen. Typisches Beispiel: Das Opfer wird angeschrieben und soll einen hohen Anteil einer herrenlos gewordenen Millionenerbschaft erhalten, müsse aber vorher eine kleinere Summe für gebühren oder Bestechungsgelder überweisen. Das Geld sieht er nie wieder, und die Erbschaft gibt es natürlich nicht. r.g./jp
Viele Nutzer bewegen sich leichtsinnig oder auch ahnungslos im Internet - ideale Opfer für Betrüger und Abzocker. Links niemals ohne kritisches Überprüfen (beispielsweise über Google) anklicken, erst recht nicht in E-Mails von fremden Absendern. Zugangsdaten für Onlinebanking, Shops oder Auktionsplattformen nicht automatisch eingeben, sondern die Seite genau ansehen und kontrollieren. Passwörter niemals auf Anforderung einer Mail eingeben. Keine Bank und generell kein Onlinehändler oder Anbieter von Dienstleistungen wird seine Nutzer anschreiben und sie nach ihren Zugangsdaten fragen.

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