Liebe Leser,

die positive Nachricht dieser Woche war gewiss nicht, dass sich die Fernseh-Nation an Daniel Küblböck für seine gesanglichen Zumutungen rächte, indem sie ihn 30 000 Kakerlaken und tags darauf Spinnen und Aalen per Telefon-Votum auslieferte. Die gute Nachricht war zweifellos, dass die CDU ankündigte, die rot-grüne Putzfrauenfahndung im Bundesrat zu stoppen.Die 7000 "Greifer" (Zollbeamte) von Bundesfinanzminister Hans Eichel, dem Chef von Staatssekretär Karl Diller aus Hermeskeil, sollen also nicht mehr Raumpflegerinnen, Babysitter, Nachhilfe erteilende Studenten und Hecken schneidende Nachbarn jagen oder Hausfrauen und Gartenbesitzer kriminalisieren. Sie sollen sich - wie bisher bereits zu Recht - auf echte Schwarzarbeit konzentrieren. Und damit dürften sie ja auch ausreichend ausgelastet sein.Man fragt sich allerdings, was in den Köpfen von Ministerialbürokraten wohl vor sich geht, die so etwas aushecken. Und was sich Politiker denken, die einen solchen Gesetzentwurf dann auch noch ganz ernsthaft im Parlament präsentieren wollen. Das ist, wie mir scheint, nicht nur ein Fall für die Opposition, sondern auch ein dankbares Thema für Büttenreden in dieser Session.Ein schönes WochenendeIhr Walter W. WeberChefredakteur