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Linke: "Wir entscheiden uns am Tag X"

Linke: "Wir entscheiden uns am Tag X"

Die Linken lassen weiter offen, ob sie mit einem eigenen Kandidaten in die Bundespräsidentenwahl gehen. Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke) sprach darüber bei einem TV-Redaktionsgespräch.

Petra Pau lächelt nur, wenn sie gefragt wird, ob die Linken sich bereits auf einen Bundespräsidenten-Kandidaten geeinigt hätten. "Wir entscheiden uns am Tag X rechtzeitig vor der Bundespräsidentenwahl", sagt die 53-jährige Bundestagsvizepräsidentin bei einem Besuch in der TV-Redaktion. Am 12. Februar wird der Nachfolger von Amtsinhaber Joachim Gauck gewählt.

Pau lässt offen, ob die Linken wieder mit einem eigenen Kandidaten ins Rennen gehen werden. 2012 war das die sogenannte Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld, 2009 der Schauspieler Peter Sodann. Ebenso wenig sagt Pau, die seit 1998 für die Linken im Bundestag sitzt, nichts Konkretes, etwas es etwa einen gemeinsamen Kandidaten von Linken, SPD und Grünen geben wird. Linken -Parteichef Bernd Riexinger hat bereits eine Unterstützung von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) als Kandidaten ausgeschlossen.

Wäre Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) ein möglicher Kandidat gewesen, den die Linken mittragen würden? Auch dazu keine klare Antwort von Pau. Nur soviel: "Ich bedaure sehr, dass der Kollege nicht mehr für den Bundestag kandidiert." Lammert hatte kürzlich angekündigt, 2017 nicht mehr antreten zu wollen. Ein gemeinsamer Kandidat von SPD, Grünen und Linken könnte ein Fingerzeig sein für eine mögliche rot-rot-grüne Koalition nach der Bundestagswahl. Pau ist eine Verfechterin eines solchen Bündnisses. Allerdings dürften die Linken dafür nicht ihre Ideale opfern: soziale Gerechtigkeit, bezahlbaren Wohnraum und sichere Renten. Punkte die SPD und Grüne vorbehaltlos unterschreiben dürften.

Bei den "No-Go", die Pau als Bedingungen nennt, dürfte es mehr Diskussionsbedarf geben. Nicht verhandelbar ist für die Linken-Politikerin, dass Deutschland sich nicht aktiv an einem Kriegseinsatz beteiligt und auch die Forderung nach Auflösung der Nato hält sie für unantastbar.

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