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LKW werden demnächst auf allen Bundesstraßen zur Kasse gebeten

LKW werden demnächst auf allen Bundesstraßen zur Kasse gebeten

Die Vorbereitungen für die Ausweitung der Maut laufen auch in der Region. Die Unternehmen warnen vor höheren Kosten für die Verbraucher.

Bereits jetzt werden LKW auf einigen mehrspurigen Bundesstraßen in der Region zur Kasse gebeten. Unter anderem ist das 2,2 Kilometer lange Teilstück der B 52 zwischen dem Anschluss zur Autobahn 64 und Trier-Ehrang mautpflichtig. Ebenso die B 51 zwischen dem nordrhein-westfälischen Baasem und Stadtkyll (Vulkaneifel) und auch die B 50 etwa vom Autobahnkreuz Wittlich bis Platten (Bernkastel-Wittlich) oder entlang des Flughafens Hahn. Doch bislang gilt die LKW-Maut nur auf einem kleinen Teil der insgesamt 735 Kilometer umfassenden Bundesstraßen in der Region.

Ab Juli kommenden Jahres wird diese Mautpflicht für LKW, die schwerer als 7,5 Tonnen sind, auf alle Bundesstraßen ausgeweitet, zusätzlich zu der seit 2005 geltenden LKW-Maut auf allen deutschen Autobahnen.

Die Vorbereitungen dazu laufen auch in der Region. Nach Informationen unserer Zeitung sollen in wenigen Wochen an der B 327 zwischen Malborn und Thalfang (Bernkastel-Wittlich) die Arbeiten zur Installation der neuen Mautkontrollsäulen beginnen. Anders wie auf Autobahnen wird es an Bundesstraßen keine Mautbrücken, sondern an stationäre Blitzer erinnernde Säulen geben, mit denen kontrolliert wird, ob für den vorbeifahrenden LKW die Straßenbenutzungsgebühr bezahlt worden ist. 600 solcher Kontrollstellen soll es deutschlandweit geben. An welchen Stellen sie in der Region installiert werden, steht nach Auskunft von Toll Collect, das im Auftrag des Bundes die Maut eintreibt, noch nicht bis ins Detail fest.

Begründet wird die Ausweitung der Mautpflicht auf alle Bundesstraßen damit, dass die LKW diese im gleichen Maße wie die Autobahnen nutzen und belasten. Die zusätzlichen Einnahmen sollen für den Bau und Erhalt von Fernstraßen verwendet werden. Beim Bundesverkehrsministerium rechnet man damit, dass durch die Ausweitung der LKW-Maut auf alle Bundesstraßen bis zu zwei Milliarden Euro zusätzlich pro Jahr eingenommen werden können. Die bisherige Maut-Regelung bescherte dem Bund gut 4,5 Milliarden pro Jahr.

Bereits jetzt klagen Speditionen über zunehmende finanzielle Belastungen durch die Maut. Daher lehnt die Trierer Industrie- und Handelskammer (IHK) eine Ausweitung der LKW-Gebühr auf alle Bundesstraßen ab. "Durch die geplante Ausweitung ist eine weitere Erhöhung der Transportkosten mit einer Zusatzbelastung für Industrie, Handel und Bevölkerung in Milliardenhöhe zu erwarten", sagt IHK-Verkehrsexperte Wilfried Ebel. Für die Speditionen werde das Ausmaß der Auswirkungen maßgeblich davon abhängen, ob es gelingt, die erhöhten Transportkosten an die Kunden weiterzureichen. Mit anderen Worten: Waren könnten teurer werden. Ebel warnt davor, wie es derzeit im Gespräch ist, für Bundesstraßen höhere Mautgebühren zu verlangen, als für Autobahnen. Dies würde zu zusätzlichen Nachteilen für strukturschwache Regionen ohne Autobahnanschluss führen, glaubt der Experte.Extra: WIE GEHT ES WEITER MIT DER PKW-MAUT?

Die Ausweitung der LKW-Maut auf alle Bundesstraßen ist beschlossene Sache und wird kommen, und zwar unabhängig, ob künftig auch PKW-Fahrer auf deutschen Autobahnen zahlen müssen. Die Einführung der PKW-Maut ist allerdings bei den Sondierungsgesprächen über eine mögliche schwarz-gelb-grüne Koalition umstritten. Die CSU will nicht an der umstrittenen PKW-Maut rütteln lassen, die FDP und Grüne aber ablehnen. "Da gibt es überhaupt keinen Verhandlungsspielraum", sagt CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt.Mehr zum Thema

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