Luxemburg bekämpft viele Feuer am Bankenplatz

Luxemburg bekämpft viele Feuer am Bankenplatz

Der luxemburgische Finanzplatz gehört zu den wichtigsten Bankstandorten der Welt. Mit der Krise der isländischen Banken und der Schieflage von Fortis und Dexia hat das Großherzogtum schwer zu kämpfen.

Luxemburg. Die luxemburgische Regierung hat sich mit ihrem Engagement bei der Rettung der Fortis-Bank Luxemburg und der Dexia mächtig ins Zeug gelegt. Mit mehreren Milliarden wurden die beiden Großbanken gestützt. Bei den isländischen Banken, Landsbanki, Glitnir und Kaupthing, hält sich das Großherzogtum zurück. Die drei Banken haben in diesen Tagen bei der luxemburgischen Bankenaufsicht CSSF Gläubigerschutz beantragt. Damit sind alle Kontenbewegungen eingefroren, die rund 400 Mitarbeiter bei den Banken haben derzeit nichts zu tun. Dieser von der Bankenaufsicht eingeleitete Gläubigerschutz kann maximal auf sechs Monate ausgedehnt werden. In dieser Zeit übernimmt ein von der Behörde bestimmter Verwalter die Geschäfte. Liquidation oder Insolvenz ist eine Entscheidung, die noch zu prüfen ist. Für die Kunden der drei Banken sind die Einlagen über die "Association pour la garantie des Depôts Luxembourg" (AGDL) bis zu einer Höhe von 20 000 pro Einzelperson und 40 000 Euro für Verheiratete gesichert. Entsprechende Formulare finden sich auf der Internetseite www.agdl.lu.

Mit der Krise der isländischen Banken und dem möglichen Verlust von 400 Arbeitsplätzen geht die Angst vor weiteren Hiobsbotschaften um. Viele der insgesamt 28 000 Pendler aus der Region Trier sind im Bankensektor beschäftigt. Schließlich haben 43 der 153 in Luxemburg vertretenen Banken eine "deutsche Mutter". Damit stellen deutsche Institute den größten Anteil vor Belgien und Luxemburg (21), Frankreich (15) und der Schweiz mit zwölf Banken. Rund 27 000 Mitarbeiter sind bei den Banken beschäftigt. Die Branche steuert fast ein Viertel des Bruttoinlandprodukts von Luxemburg bei. Die Gesamtbilanzsumme der Branche beträgt 935 Milliarden Euro.

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