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Luxemburgischer Reiseveranstalter holt alle seine Touristen zurück

Luxemburgischer Reiseveranstalter holt alle seine Touristen zurück

Der ungewisse Verlauf der Proteste in Ägypten beeinflusst zunehmend die Tourismus-Branche. Der luxemburgische Reiseveranstalter Luxairtours holt kurzerhand alle seine Urlauber aus dem Land zurück.

Luxemburg. (red) Während die Touristen in den ägyptischen Urlaubsorten weitgehend abgeschottet ihre Ferien genießen, macht sich unter Reiseveranstaltern hektische Betriebsamkeit breit. Dabei achten die Anbieter peinlichst auf die Empfehlungen ihrer nationalen Regierungen.

Urlauber bekommen von Unruhen nichts mit



Beispiel Luxemburg: Weil das Außenministerium des Großherzogtums seit Dienstagabend von Reisen nach Ägypten abrät, hat der Reiseveranstalter Luxairtours entschieden, alle 251 Kunden kurzerhand zurück nach Luxemburg zu bringen. Die Jets sollen heute um 7 Uhr und um 10.30 Uhr auf dem Flughafen Findel Richtung Ägypten starten.

Ansonsten gilt: Alle Flüge des Veranstalters nach Ägypten sind bis zum 6. März suspendiert. Kunden, die eine Reise in der Zeitspanne vor dem 6. März gebucht haben, können bei ihrem Reisebüro kostenlos umbuchen oder kostenlos stornieren.

Das wiederum gilt in Deutschland nicht für alle Reisen nach Ägypten. Vor allem Kunden von Veranstaltern, die weiterhin Reisen nach Ägypten anbieten, sind in einer schwierigen Lage: Wollen sie die Reise nicht antreten, müssen sie den Reisevertrag von sich aus kündigen und sich auf höhere Gewalt berufen, raten Reiserechtsexperten. Von "höherer Gewalt" im rechtlichen Sinn ist auszugehen, wenn eine Reise etwa durch eine Naturkatastrophe oder politische Unruhen "erheblich erschwert, gefährdet oder beeinträchtigt" wäre, wie Paragraf 651j des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) es formuliert - und das Ereignis zum Zeitpunkt der Buchung nicht vorhersehbar war. Mit Berufung darauf können Kunden eine Reise ohne Stornokosten absagen.

Inwieweit das für Ägypten gilt, ist nicht ganz eindeutig. Glasklar wäre die Sache, wenn das Auswärtige Amt (AA) eine Reisewarnung ausgesprochen hätte. Hat es aber nicht. Das AA hatte am Dienstag allerdings erneut seinen Sicherheitshinweis für Ägypten verschärft und rät nun dringend von Reisen in das gesamte Land ab. Der Deutsche Reiseverband teilte daraufhin mit, dass die großen Veranstalter bis Mitte Februar keine Reisen nach Ägypten mehr anbieten. Viele kleinere, die das wirtschaftlich hart treffen würde, machten das aber möglicherweise nicht, hieß es. Deren Kunden müssten sich darauf einstellen, ihr Geld einzuklagen.

Unterdessen berichtete laut Onlineauftritt der Zeitung Luxemburger Wort eine Luxemburger Touristin in Ägypten, dass es kaum möglich sei, sich über die politische Lage zu informieren. Die Urlauber in den Touristenhochburgen am Roten Meer bekämen von den Unruhen kaum etwas mit. Laut wort.lu erzählte die Luxemburgerin Morena Luisa, sie verlebe gerade einen "ruhigen, normalen und wunderschönen" Aufenthalt in ihrem Hotelresort in Hurghada. Die Touristen würden wie unter einer Glasglocke gehalten.