Machtspiele

Am Anfang stand die gute Absicht der französischen Regierung, durch eine Quasi-Abschaffung des Kündigungsschutzes jungen Menschen die Chance auf einen Job zu verschaffen. Herausgekommen ist Chaos, Anarchie und der Offenbarungseid für Regierungschef Dominique de Villepin und Innenminister Nicolas Sarkozy.

Beide gehören der gleichen Regierung an und bekriegen sich doch bis aufs Messer. Dieses Gesetz ist ihnen ebenso egal wie die Heerscharen chancenloser Jugendlicher, denn den beiden Streihähnen geht es ausschließlich um die eigene Macht. Arrogant und kalt versuchen sie derzeit alles, um sich eine erstklassige Ausgangsbasis für die Schlacht um das Amt des Staatspräsidenten zu ergattern. Und nur darum dreht sich der Streit. Es erscheint fast wie mein Treppenwitz der Geschichte, dass jetzt ausgerechnet der völlig abgehobene Staatspräsident Jaques Chirac die Kompromissformel finden muss, die einerseits die aufgebrachte Öffentlichkeit und die Gewerkschaften beruhigt, andererseits aber auch den möglichen Nachfolgern des Staatspräsidenten die Gesichtswahrung erlaubt. d.schwickerath@volksfreund.de