Mainz bleibt im Rennen um Elite-Uni

Mainz bleibt im Rennen um Elite-Uni

Es wäre der Ritterschlag für die Uni Mainz: Sie könnte im kommenden Jahr zur Elite-Uni gekürt werden. Die erste Runde ist überstanden. Der Zuschlag wäre auch mit einem Geldsegen verbunden. Die Uni Trier geht leer aus.

Bonn/Trier. (dpa/DiL) Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz hat weiter Chancen, im nächsten Jahr zur Elite-Uni gekürt zu werden. Sie überstand am Mittwoch in Bonn wie sechs weitere deutsche Hochschulen die Vorauswahl zum Förderprogramm der Exzellenzinitiative. Die endgültige Entscheidung fällt im Juni 2012. Die Hochschule wie auch das rheinland-pfälzische Wissenschaftsministerium zeigten sich erfreut über den Erfolg.

Neben Mainz sind noch die Humboldt-Universität Berlin, die Unis Bochum, Bremen, Köln und Tübingen sowie die Technische Universität Dresden im Rennen. 22 Hochschulen hatten ihre Skizzen eingereicht, letztlich könnten vielleicht vier oder fünf zum Zuge kommen. Mit der neuen Milliarden-Förderung wollen der Bund und die Länder die Spitzenforschung an deutschen Universitäten stärken (siehe Extra).

Dass die Trierer Uni - anders als Mainz und Kaiserslautern - wie in den beiden ersten Förder-runden wieder leer ausgegangen ist, sorgte auf dem Tarforster Campus nicht unbedingt für überraschte Gesichter. Angesichts der starken Stellung der bereits früher geförderten Projekte hatte man sich ohnehin keine großen Chancen ausgerechnet. Dennoch war Trier sowohl bei den Graduiertenschulen für den Spitzennachwuchs als auch bei den Exzellenzcluster-Kooperationen mit einer Projektskizze in Bonn an den Start gegangen - jeweils gegen rund 100 Konkurrenten.

Konsequenzen für den normalen Studien- und Forschungsbetrieb hat die Absage nicht, denn die Mittel der Exzellenz-Initiative werden zusätzlich zu den normalen Budgets zur Verfügung gestellt. Freilich hätte man einen warmen Finanzregen zur Forschungsförderung auch in Trier gerne mitgenommen. extra Exzellenzinitiative: Das Förderprogramm für Hochschulen erlebte im Jahr 2005 eine schwere Geburt. Einerseits sollte es zu universitären Höchstleistungen anspornen, andererseits den Begriff Elite-Uni meiden. So entstand ein milliardenschwerer Fördertopf, der auf drei Bereiche aufgegliedert wird: "Graduiertenschulen" zur Förderung des Spitzennachwuchses, "Exzellenzcluster" als Kooperationsprojekte mit außeruniversitären Einrichtungen zu zukunftsträchtigen Forschungsthemen sowie besonders herausragende Universitäten mit strategischen Zukunftskonzepten. Das Lehrangebot der Hochschulen spielt dabei keine wesentliche Rolle. 2006 gab es eine erste Förderwelle, 2007 eine zweite. Insgesamt schafften es 87 Projekte. 2011 wird nun über die dritte Welle entschieden, wobei allerdings fast alle bisherigen Projekte die Weiterförderung beantragt haben. Bislang hatten die Unis nur Skizzen vorgelegt, gestern wurde nun entschieden, wer in die engere Wahl kommt und sein Konzept weiter ausarbeiten soll. Die endgültige Entscheidung über die Fördermittel von 2,7 Milliarden Euro fällt im Juni 2012. (DiL)

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