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Mainz bleibt Mainz: Der Hausmeister und der Hahn

Mainz bleibt Mainz: Der Hausmeister und der Hahn

Die fünfte Jahreszeit hat auch die Landespolitik voll in Beschlag genommen. Ungeachtet aller politischen Differenzen können die Akteure noch miteinander und übereinander lachen.

Bei der traditionellen Landtagsfastnacht - diesmal unter dem Motto "Alles Theater" - zog man sich gegenseitig durch den Kakao.

Ministerpräsident Kurt Beck, diesmal in Frack und Zylinder gewandet, und seinem Kabinett war natürlich der Hohn der Opposition gewiss. CDU-Chef Christian Baldauf machte sich im goldenen Sakko lustig über die "Geldverbrennung" der Landesregierung. Schulden in vier Akten, lästerte Baldauf: Arp-Museum, Hahn, Nürburgring, 1. FC Kaiserslautern. "Hausmeister" Hans-Josef Bracht klingelte unter dem Gejohle des Publikums mit der Kasse, während ein Bobbycar durchs Landtagsfoyer flitzte, symbolisch für die Formel-1-Boliden am Ring.

Für die FDP stieg die Triererin Stefanie Lejeune in die Bütt und schüttete kübelweise Spott aus, allerdings in fein dosierten, hintersinnigen Nadelstichen. Bei den Liberalen "genießt" Finanzminister Ingolf Deubel als "Genosse Geldjongleur" derzeit besonderen Respekt.

Doch auch die Sozialdemokraten haben Humor und wissen durchaus auszuteilen. Sie amüsierten sich, wie könnte es anders sein, über die durch die "Affäre Hebgen" geschüttelte Union. Möglicherweise könnte ein neues "Gesetz" der SPD-Fraktion noch ein kulinarisches Nachspiel haben: Salatblätter müssten spätestens ab Rosenmontag "in mundgerechte Größe" geschnitten und auf Tellern präsentiert werden, um sie besser und ohne Furcht vor Flecken auf Blusen und Hemden verspeisen zu können, heißt es in dem "Salat-Schneide-Gesetz". Erstaunlicherweise sollen keine Kosten anfallen - das wäre bei der spendierfreudigen SPD mal was Neues.