Mann des Tages: Kardinal Marx - Karrierepriester und Jubilar

Mann des Tages: Kardinal Marx - Karrierepriester und Jubilar

Hat es mit der neuen römischen Bescheidenheit zu tun? Wenn der ehemalige Trierer Bischof Reinhard Marx am heutigen Samstag in München seinen 60. Geburtstag feiert, geht es eher spartanisch zu. Am Abend gibt es einen Gottesdienst, danach einen Empfang für geladene Gäste.

Tags drauf geht es dann für Verwandte, Freunde und Mitarbeiter nach einem zünftigen Weißwurst-Frühstück auf die Wiesn. Keine Frage: Der gebürtige Westfale Reinhard Marx hat sich in München bestens eingelebt, fühlt sich dort wohl und will nach eigenen Angaben nicht mehr weg. Sagt der Erzbischof jedenfalls: "Hier ist für mich Endstation, hier möchte ich bleiben."

Etwas ähnliches hat Reinhard Marx aber auch gesagt, als er vor gut elf Jahren in Deutschlands ältester Diözese eingeführt wurde. "Bischof von Trier zu sein ist eine Lebensaufgabe", meinte der damals jüngste deutsche Bischof, er wolle einst im Trierer Dom beerdigt werden. Da wurde in Kirchenkreisen bereits darüber getuschelt, dass es den Westfalen mit der barocken Statur nicht lange an der Mosel halten würde. Es wurden immerhin sechs Jahre, ehe er nach München ging.

Vor drei Jahren wurde Reinhard Marx Kardinal, auch damals war er der Jüngste. Beste Beziehungen zu Papst Benedikt hatte der passionierte Zigarrenraucher schon allein aus dem Grund, dass Joseph Ratzinger einmal selbst Erzbischof von München war. Doch auch mit dessen Nachfolger scheint sich Reinhard Marx gut zu verstehen. Papst Franziskus berief den 60-Jährigen als Mitglied in ein achtköpfiges Beratergremium, das ihn bei der Reform der Kurie unterstützen soll.

Marx' gute Beziehungen in den Vatikan lassen bereits wieder Gerüchte ins Kraut schießen, dass er München bald schon wieder verlassen könnte, was Marx pflichtgemäß dementiert. Im Frühjahr dürfte der 60-Jährige die nächste Karrierestufe in der kirchlichen Hierarchie erklimmen: Dann will Reinhard Marx seinen Kollegen Robert Zollitsch als Vorsitzender der Bischofskonferenz beerben. sey