Marihuanaplantage in einem Haus in Thüringen entdeckt

Frankfurt/Main/Ilm-Kreis · Eine Marihuanaplantage haben Zollfahnder bei einer Durchsuchung in Großbreitenbach (Ilm-Kreis) entdeckt. Die nicht mehr in Betrieb befindliche Anlage erstreckte sich vom Keller über die zweite bis zur dritten Etage.

Laut Zollfahndungsamt Frankfurt am Main haben die Beamten im Keller 99 vertrocknete Marihuana-Pflanzen sichergestellt. Heizlampen, Lüfter, Blumenerde, Dünger und Pflanzenreste waren, bis auf die erste Etage, im gesamten Haus verteilt. Personen wurden im Haus nicht angetroffen. Die Ermittler gehen davon aus, dass hier in den vergangenen Monaten Marihuana im zweistelligen Kilogrammbereich geerntet und anschließend verkauft wurde.

Die Ermittlungen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Saarbrücken richten sich gegen eine deutsch-vietnamesische Tätergruppe, drei Vietnamesen im Alter von 37 bis 52 Jahren und einen 56-jährigen Deutschen, wegen des Verdachts der illegalen Einfuhr von Crystal sowie dem Betrieb einer Marihuana-Indoorplantage. Als Drahtzieher gilt ein 45-jähriger Vietnamese, der bereits im Juli 2015 in Tschechien festgenommen werden konnte.

Neben dem Gebäude in Großbreitenbach wurde auch das Wohnhaus des 56-jährigen deutschen Beschuldigten im Main-Kinzig-Kreis durchsucht. Er ist der Eigentümer des Wohnhauses in Großbreitenbach und soll Kenntnis von der Indoor-Plantage gehabt haben. Aufgrund von Zeugenhinweisen wurde ein weiteres Wohnhaus in Großbreitenbach durchsucht, hier stellten die Zollfahnder geringe Mengen Crystal und Marihuana sicher. Gegen die 28 Jahre alte Wohnungsinhaberin wird nun ebenfalls ermittelt.

"Die Marihuana-Aufzuchtanlage in dem zweistöckigen Haus war auf etwa 500 Pflanzen ausgelegt. Mit einer solchen Menge lassen sich nach etwa zwei Monaten mehrere Kilogramm Marihuana ernten. Nach unserer Einschätzung war die Anlage seit April 2015 in Betrieb, so dass seitdem vermutlich drei Ernten durchgeführt werden konnten", sagt Hans-Jürgen Schmidt, Sprecher des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main.

An dem Einsatz in Großbreitenbach waren neben den Beamten des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main auch Beamte des Hauptzollamts Erfurt mit einem Rauschgiftspürhund, der Landespolizei Thüringen sowie Angehörige der örtlichen Feuerwehr und ein Mitarbeiter des Stromversorgers beteiligt.