Mehr als 1000 neue Firmen in der Region

Mehr als 1000 neue Firmen in der Region

TRIER. (sas) Gründungswelle in der Region Trier: Mit einem Plus von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Gewerbe-Anmeldungen gestiegen. In ganz Rheinland-Pfalz lag der Anstieg bei 18 Prozent. Dennoch liegt die Region bei der Gründungsdichte weiter unter dem Niveau im Land.

Vom Feng Shui-Berater bis hin zum Dienstleister in der Informationstechnologie: Neue Unternehmensideen erleben einen Aufschwung. Auch die Region Trier schwimmt auf der Gründungswelle mit. Um 23 Prozent sind die Gewerbe-Anmeldungen auf 5061 Betriebe im vergangenen Jahr gestiegen; die Zahl der so genannten Neuerrichtungen, die die Neulinge unter den Gründern sind, stieg sogar um 25 Prozent auf 4295 Unternehmen - vor allem im Bereich der Dienstleistungen und des Handels. Im Vergleich dazu liegen die Werte für Rheinland-Pfalz bei plus 18 (Gewerbe-Anmeldungen) und plus 20 Prozent (Neuerrichtungen). "Das ist eine positive Entwicklung. Vor allem der Gründungssaldo zwischen An- und Abmeldungen steigt seit zwei Jahren", sagt Lothar Philippi, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier für den Bereich Unternehmensförderung, bei der Vorstellung des Gründungsreports 2005. Im direkten Vergleich zu Landeswerten verzeichne die Region sogar "überdurchschnittliche Zuwächse". Als besonders dynamisch hat die IHK die Kreise Bernkastel-Wittlich und Trier-Saarburg ermittelt. Ursache dafür sind ausreichend Gewerbeflächen und ein Bevölkerungswachstum. Kein Wunder, hat doch das Gewerbe in der Region Trier Nachholbedarf. "Bei der Gründungsdichte je 10 000 Einwohner liegen wir mit 84 Betrieben hinter dem Landeswert mit 98 Betrieben zurück", sagt Philippi. Das werde auch sichtbar an der Zahl der Handelsregister-Eintragungen, wo landesweit ein Plus von 30 Prozent, in der Region Trier aber nur ein Plus von 18 Prozent zu verzeichnen sei. Hintergrund des Gründungsbooms ist der gestiegene Anteil der Neu-Betriebe aus der Arbeitslosigkeit heraus. "Gründungen aus der Not heraus machen ein Drittel aus", sagt der IHK-Geschäftsführer. Ich-AGs und Überbrückungsgeld hätten den Trend beflügelt. Der Wermutstropfen: "Viele dieser Betriebe sind unvorbereitet und haben keine Vorstellung von Umsatz, Vertrieb und Finanzbedarf", warnt Philippi vor einer geringeren Überlebenswahrscheinlichkeit. IHK-Hauptgeschäftsführer Arne Rössel sagt: "Wir haben immer geraten, die Ich-AGs mit Vorsicht zu genießen. Denn der Markt bestraft jedes schwache Unternehmen." Er fordert eine Straffung der über 20 Programme für Existenzgründer und die Zusammenlegung von Zuschüssen der Agentur für Arbeit. Rössel: "Gründung und Wettbewerb sind zwei Seiten der selben Medaille."