Mehrwert durch Zusammenarbeit

Die grenzüberschreitende Kooperation in der Großregion ist weiterhin sinnvoll und auch zukunftsfähig. Gemeinsame Entscheidungsprozesse gestalten sich zwar bisweilen schwierig - was auch an der großen Heterogenität der einzelnen Teilräume liegt - jedoch breitet sich bei den Akteuren auch das Bewusstsein aus, durch die Zusammenarbeit einen Mehrwert für die eigene Teilregion und für die Großregion als Ganzes erzielen zu können.

Wir befinden uns in einer Übergangsphase: häufig wird zwar noch in nationalen Grenzen gedacht, jedoch gewinnt sowohl die supranationale als auch die regionale Ebene in vielen Bereichen an Bedeutung. Die Energieversorgung ist dabei ein gutes Beispiel. Der Klimawandel und andere globale Risiken machen an Nationalstaatsgrenzen nicht Halt, bei solch übergreifenden Themen zeigen sich die Grenzen der Nationalstaatsidee. Die grenzüberschreitend verbreitete Angst vor einem Störfall in Cattenom ist dafür sicher ein gutes Beispiel.

Das Bewusstsein, einen Mehrwert durch die grenzüberschreitende Kooperation zu gewinnen, ist von Akteur zu Akteur unterschiedlich stark ausgeprägt. Großregionales Engagement wird auch von der Motivation gestärkt, als Verbund in Europa bestehen zu können und gemeinsam besser Interessen durchsetzen zu können als einzeln. Diese Motivation mag im Saarland etwas stärker ausgeprägt sein, da das Saarland - angrenzend an Luxemburg und Frankreich - möglicherweise in manchen Bereichen größere Chancen erkennt, seine Interessen in seiner Rolle als Partner im Verbund der Großregion durchzusetzen, als in seiner Rolle als kleinstes Flächenbundesland in Deutschland. Im Gegensatz zu den anderen Teilregionen erscheint die großregionale Kooperation für Luxemburg ein nationales Anliegen zu sein und auch hier ist der Blick nach Europa häufig von Bedeutung beim grenzüberschreitenden Handeln. Luxemburg wird darüber hinaus auch von vielen Akteuren als Motor der Großregion identifiziert.

Antje Schönwald, Geographin, Uni des Saarlandes