Menschenskinder

Lust auf Familie? Immer mehr Deutsche sagen: Nein danke! Die Entwicklung ist bedenklich, sind Kinder doch die Zukunft des Einzelnen und die Sicherheit der Gesellschaft. Ohne Nachwuchs keine Perspektive.

Aus dieser positiven Erwartungshaltung, aber auch aus der gleichzeitigen Verantwortung ziehen sich mehr und mehr junge Menschen zurück. Natürlich sind die schrumpfende und alternde Bevölkerung oder der bange Blick auf die Zukunft der Sozialsysteme für junge Paare ein Grund, nicht über Kinder nachzudenken. Doch Politik und Gesellschaft als Ganzes sind gefordert, der Familie mehr als finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen, nämlich Anerkennung. Der abstrakte Wert der Familie allein reicht nicht mehr, Kinderwünsche zu wecken. Ein entscheidender Grund für den Verzicht auf Nachwuchs ist zweifelsohne die kinderfeindliche Arbeitswelt. Beschäftigte haben flexibel, belastbar, zeitlich stets verfügbar und örtlich möglichst ungebunden zu sein. Wahrlich schlechte Voraussetzungen, um sich im wahrsten Sinne des Wortes niederzulassen und eine Familie zu gründen. Natürlich führen auch veränderte gesellschaftliche Strukturen und der wachsende Drang zu privater und beruflicher Selbstverwirklichung dazu, familiären Anhang mehr als Last denn als Lust zu sehen. Sicher: Der Staat muss mehr Betreuungsmöglichkeiten schaffen und Arbeitgeber dürfen Kinder nicht zur Karrierbremse machen. Doch es muss sich auch einiges in der Einstellung junger Erwachsener zu Kindern ändern. Jeder sollte wissen: Ohne Familie fehlt Dir was.j. winkler@volksfreund.de