Millionen protestieren in Ägypten: Urlaubsflüge vorerst gestrichen

Millionen protestieren in Ägypten: Urlaubsflüge vorerst gestrichen

Die Lage in Ägypten hat sich zugespitzt. Fast zwei Millionen Menschen gingen am Dienstag gegen Präsident Husni Mubarak auf die Straße. Reiseveranstalter haben bis Mitte Februar Ägypten-Flüge abgesagt.

(wie) Die Telefone in den Reisebüros der Region klingeln derzeit fast unablässig. Viele Kunden, die einen Ägypten-Urlaub gebucht haben, sind verunsichert. Gestern warnte das Auswärtige Amt vor Reisen in das Land. Die Reiseveranstalter haben daraufhin alle Ägypten-Flüge zunächst einmal bis Mitte Februar eingestellt. Kunden, die für diesen Zeitraum gebucht haben, können kostenlos umbuchen oder stornieren. Sie bekommen dann den vollen Preis zurück.

Die Reaktion der meisten Kunden sei gelassen, sagt Bernd Pütz, Inhaber eines Reisebüros in Bitburg. Sieben seiner Kunden halten sich derzeit in Ägypten auf. Ihnen gehe es gut, sagt Pütz.

Viele, die Ägypten gebucht hätten. würden nun auf die Kanaren umbbuchen, die wenigsten blieben ganz zu Hause, heißt es im Bitburger Reisebüro Olk.

Der luxemburgische Reiseveranstalter Luxairtours fliegt derzeit mit leeren Maschinen nach Ägypten, um die dort befindlichen 252 Kunden nach Ende ihres Urlaubs zurückzufliegen. Auch in Deutschland haben die Proteste in Kairo und anderswo Folgen: Der Ölpreis steigt, was Experten auf die Angst vor Lieferengpässen zurückführen: Viele Öltransporte gehen durch den Suezkanal, der von Ägypten kontrolliert wird; auch in Ölförderländern wie Algerien formieren sich Proteste.

In Ägypten gingen gestern Bürger am achten Tag in Folge aus Protest gegen Präsident Husni Mubarak auf die Straße. Allein in der Hauptstadt Kairo demonstrierten bis zu zwei Millionen Menschen. In Jordanien entließ König Abdullah II. nach Protesten seinen Ministerpräsidenten Samir Rifai. In Syrien sind für Samstag Demonstrationen für Reformen geplant.

Besonders die Lage in Ägypten sorgt hierzulande für Verunsicherung, hieß es aus einem Trierer Reisebüro. Das Land ist zu einem beliebten Reiseziel geworden. Problematisch könnte es für diejenigen werden, die für die Osterferien einen Ägypten-Urlaub gebucht haben. Wer für dann umbuchen will, muss normale Umbuchungsgebühren zahlen. Alternativen sind rar: In vielen südlichen Urlaubsgebieten gibt es für die Osterferien kaum noch freie Plätze.

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